Kultur in Kempen Bravo-Rufe und Gänsehautmomente bei Konzert des Arnold-Chores

Kempen · In der Paterskirche präsentierte der traditionsreiche Arnold-Chor „Melodien, die wir lieben“. Die junge Sopranistin Katharina Borsch entzückte das Publikum unter anderem mit „Liebe, du Himmel auf Erden“.

 Bis auf den letzten Platz besetzt war die Paterskirche beim Herbstkonzert des Arnold-Chores mit Sopranistin Katharina Borsch.

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Paterskirche beim Herbstkonzert des Arnold-Chores mit Sopranistin Katharina Borsch.

Foto: Norbert Prümen

(evs) Wenn der Arnold-Chor einlädt, dann ist ein volles Haus garantiert. Bis auf den letzten Platz besetzt war die Paterskirche am späten Sonntagnachmittag beim Herbstkonzert des traditionsreichen Männerchors, der – auch wenn die Mitglieder durchweg den reiferen Jahrgängen angehören – immer noch durch große Routine und Professionalität glänzt.

In tadellosem Outfit – weißer Anzug, schwarzes Hemd und weiße Fliegen – präsentierten die 45 Sänger diszipliniert ein Programm von mehr als zwei Stunden. Ihre „Melodien, die wir lieben“ verbanden beste musikalische Qualität mit einem hohen Unterhaltungswert. Launig, humorvoll und sehr sympathisch moderierte Chorleiter Udo Schröder das Programm. Der Kempener Rechtsanwalt leitet seit einem Jahr (wieder) den Chor. Er leistete an diesem Abend Enormes, begleitete jedes Stück gekonnt am Flügel und instruierte gleichzeitig den Chorgesang durch ein Kopfnicken oder kurze Handbewegungen.

Eingeleitet wurde das Konzert außerplanmäßig durch den Song „Frieden“ von Gotthilf Fischer. „Aus gegebenem Anlass“, wie Schröder sagte. Dazu bedurfte es keiner weiteren Erläuterungen. Schwerpunkt des ersten Programmteils waren berühmte Opernchöre, wie der Priesterchor aus der „Zauberflöte“, der Gefangenenchor aus „Nabucco“ oder der Jägerchor aus dem „Freischütz“. Der Chorklang war voll und abgerundet, die Dynamik breit aufgestellt, der Chor bewältigte das feinste Pianissimo bis ins kraftvolle Forte. Die Aussprache war fein artikuliert, die Textverständlichkeit gut.

In den Mittelpunkt rückte dann die Oper „La Traviata“ von Guiseppe Verdi. Besonderen Glanz verlieh die junge Kempener Opernsängerin Katharina Borsch diesem Konzert. Sie ist vielfach ausgezeichnet, gewann aktuell zahlreiche internationale Gesangswettbewerbe. Ausdrucksstark und virtuos waren ihre Interpretationen von gleich zwei großen Arien der Violetta. Gespannt und hingebungsvoll lauschte das Publikum ihrer Stimme, die sich kristallklar und präzise noch in höchsten Stimmlagen bewegte. Silbrig-perlend ließ sie ihren Sopran durch virtuose Passagen fließen. Dabei stellte sie präsent und ausdrucksvoll die Rolle der Kameliendame in ihrer inneren Zerrissenheit dar.

Der zweite Konzertteil war etwas leichter angelegt. Es gab ein großes heiteres Potpourri aus der Operette „Maske in Blau“. Der Schalk blitzte auf, bei „Im Gegenteil, ich bin ja für die Ehe – auch wenn ich manches Mal nach anderen Mädchen sehe“ oder „Schau einer schönen Frau nicht zu tief in die Augen“. Katharina Borsch entzückte das Publikum mit „Liebe, du Himmel auf Erden“ aus der Operette „Paganini“ von Franz Lehar. Bravo-Rufe gab es nach ihrer Darbietung von „Meine Lippen, die küssen so heiß“, bei dem sie in dunkelrotem langem engen Kleid Chor und Chorleiter lasziv mit ihrem weißen Schal umgarnte. Es waren Gänsehautmomente, die das Publikum begeistert honorierte.

Klatschen begleitete die finalen Chorpartien, etwa den Fliegermarsch aus der Operette „Der fliegende Rittmeister“. Mit der Zugabe „Komm in die Gondel mein Liebchen“ aus der Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß entließ Katharina Borsch, ihr Blumenpräsent in den Armen, ein rundum glückliches Publikum in den Abend.

Der nächste Auftritt des Arnold-Chors ist am Freitag, 15. Dezember, um 19 Uhr im Hospital zum Heiligen Geist in Kempen. Dann wird der Chor weihnachtliche Melodien anstimmen.

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