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Kempen: Anwohner im Blumenviertel für schärfere Tempo-30-Kontrollen

Initiative Kempener Bürger : Blumenviertel: Kritik an der Stadt für Tempo-Messung

Anwohner von Rosen- und Lilienstraße meinen, dass an der Zufahrt zum Kempener Wohnviertel zu schnell gefahren wird. Dort gilt Tempo 30. Messungen der Stadt ergaben keine Auffälligkeiten.

(rei) Mit einem Bürgerantrag an den Kempener Stadtrat hatten Anwohner von Rosen- und Lilienstraße im „Blumenviertel“ im Kempener Süden im Februar Maßnahmen von der Stadt gefordert, damit Autofahrer sich im Eingangsbereich zu dem Wohngebiet an die dort geltende Tempo-30-Begrenzung halten. Eine Interessengemeinschaft von Anliegern ist der Ansicht, dass viele Autofahrer die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit nicht einhalten. Nun haben die Betroffenen Post von Ordnungsamtsleiter Michael Steckel erhalten. Eine Verkehrsmessung im März habe ergeben, dass rund 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer nicht schneller als 35 km/h gefahren sind. Die Vermutung der Anwohner hat sich aus Sicht der Stadt nicht bestätigt.

„Sicherheitshalber wird zu gegebener Zeit eine weitere Messung in diesem Bereich durchgeführt. Die ermittelten Daten werden zusätzlich mit der Kreispolizeibehörde Viersen abgestimmt“, teilt Ordnungsamtsleiter Steckel der Anwohner-Interessengemeinschaft in seinem Schreiben mit. Außerdem solle für einen bestimmten Zeitraum im Eingangsbereich zu dem Wohnviertel eine Geschwindigkeitsanzeigetafel aufgehängt werden. Steckel: „Durch eine unmittelbare optische Wahrnehmbarkeit der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit kann eine Reduzierung der Geschwindigkeit erzielt werden.“ Aus Sicht des Ordnungsamtes besteht aufgrund der Messergebnisse zurzeit kein Handlungsbedarf, baulich etwas zu verändern oder verkehrsrechtliche Maßnahmen anzuordnen.

Blumenkübel aufstellen und Tempo-30-Schilder anbringen

Diese Antwort der Stadt stellt die Interessengemeinschaft der Anlieger nicht zufrieden, wie deren Sprecher Michael Marxen erklärt. Im Antwortschreiben an die Stadt meint er, dass die Messergebnisse „nicht für eine objektive Beurteilung der tatsächlichen Situation“ herangezogen werden könnten, „die Ergebnisse suggerieren ein falsches Bild“. Das Messgerät sei an einer Stelle angebracht gewesen, an der die Straße durch eine Verkehrsinsel verengt wird. Auch hätten parkende Fahrzeuge auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Verhalten der Autofahrer maßgeblich beeinflusst. Die Anwohner schlagen ihrerseits vor, mehrere Blumenkübel im Eingangsbereich Rosen-/ Lilienstraße aufzustellen, wie es sie an anderen Stellen in dem Wohnviertel gibt. Außerdem möchten sie, dass zur Erinnerung weitere Tempo-30-Schilder aufgestellt werden. Es gäbe viele Beispiele, wo dies geschehen sei. Als Beispiel nennt Marxen den Eingangsbereich von Krefeld, von Kempen kommend. Auch könnte man eine Tafel, die die aktuell gefahrene Geschwindigkeit anzeigt, dauerhaft am Eingangsbereich installieren. Derartige Tafeln gebe es für rund 1000 Euro; sie könnten über Werbung finanziert werden. Die Anwohner betonen, dass sich vor ihrer Haustür die einzige Ein- und Ausfahrt eines großen Wohngebietes befindet, in dem sich in den vergangenen 20 Jahren die Zahl der Kraftfahrzeuge „vermutlich verdoppelt“ habe. Sie fordern Maßnahmen, „die dauerhaft dazu führen, den Lärmpegel zu reduzieren, und dass die vorgeschriebene Geschwindigkeit eingehalten wird“.