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Kempen: Annemarie Quick ist als Granny Au-Pair aus Australien zurück

„Granny Au-Pair“ in Down Under : Kempenerin zurück aus Australien

Als Großmutter auf Zeit half Annemarie Quick einer Familie bei der Kinderbetreuung und lernte dabei das fremde Land kennen.

Durch das Wohnzimmer von Annemarie und Hans-Christoph Quick schallt ein merkwürdig lachendes Geräusch. „Das ist der Ruf der Kookaburras. Es sind wunderschöne Vögel, deren Ruf sich wie ein Lachen anhört. Ich habe sie in Australien oft gesehen und noch öfter gehört“, sagt Annemarie Quick und stoppt das Vogelgeräusch auf ihrem Handy, auf dem noch eine App mit den australischen Vogelstimmen geladen ist.

Die App war dabei ein Tipp eines Australiers, den die Kempenerin bei einem ihrer vielen Spaziergänge mit dem einjährigen Noah getroffen hatte. „Die Australier sind total entspannt und unheimlich hilfsbereit. Man spricht sich sofort mit Vornamen an und hat das Gefühl, jemanden, den man gerade kennengelernt hat, schon ewig zu kennen“, erzählt Quick.

Damit Noah einschlafen konnte,
fuhr Quick immer zum Strand

Wenn sie an die vergangenen drei Monate denkt, leuchten ihre Augen im von der australischen Sonne gebräunten Gesicht. Allerdings war es kein Urlaub, den die 67-Jährige Down Under gemacht hat: Sie war als Granny-Au-pair in Australien. Bei der australischen Familie von Antje und John war sie für deren drei Kinder Noah, Kalani und Alika eine Oma (englisch Granny) auf Zeit.

 Da saß sie noch auf gepackten Koffern und konnte es kaum abwarten. Zu Recht. Annemarie Quicks Aufenthalt in Australien war für sie ein außergewöhnliches Erlebnis.
Da saß sie noch auf gepackten Koffern und konnte es kaum abwarten. Zu Recht. Annemarie Quicks Aufenthalt in Australien war für sie ein außergewöhnliches Erlebnis. Foto: Norbert Prümen

„Ich habe die Familie in ihrem Alltag unterstützt, wobei ich besonders viel mit Noah auf Tour war. Er schlief nicht durch, und ich bin jeden Morgen und Abend mit ihm im Kinderwagen am Strand Spazieren gegangen. Das Wellengeräusch hat ihn immer zum Einschlafen gebracht“, erzählt Quick.

Ob mit Alika im Kino oder dem Reiterhof, gemeinsames Kochen, mit allen Kindern den Spielplatz oder Strand besuchen, sich mit anderen Granny-Au-pairs treffen – Langeweile kam für die Kempenerin nie auf. Unvergesslich waren die Eindrücke beim Laternenfest, das in Nambucca Heads, dem Ort, in dem sie vorübergehend lebte, eine Art Winterwendefest ist. „Den Sternenhimmel mit dem Kreuz des Südens zu sehen, während Aborigines Geschichten erzählten, war einfach nur ergreifend“, sagt sie.

Whatsapp-Gruppen sollen
den Kontakt aufrechterhalten

Das war aber nicht der einzige Moment, der sie packte. Schon in Sydney, wo sie zu Beginn einige Tage Station gemacht hatte, konnte sie es selbst nicht glauben, als sie auf der Harbour Bridge stand. Da seien spontan Tränchen geflossen, gibt sie ehrlich zu.

Mit den anderen Granny-Au-Pairs aus Stuttgart und der Schweiz, die sie kennenlernte, hat sie eine Whatsapp-Gruppe gegründet. Dazu kommt die Messenger-Gruppe „Sunshine Coast Friends“. Quick nutzte ihre Zeit in Australien nämlich auch, um einige Zeit an der Sunshine Coast zu leben, wo sie mehrere nette Leute kennenlernte, zu denen der Kontakt einfach nicht abreißen soll.

Denn eins ist klar: Es soll auf jeden Fall wieder nach Australien gehen. „Dann aber mit meinem Mann. Wir möchten uns das Land gemeinsam anschauen“, sagt die Kempenerin.

Nochmals als Granny-Au-pair in Aktion zu treten, kann sie sich gut vorstellen. Allerdings ist sie jetzt erst einmal Großmutter in der eigenen Familie. Das zweite Enkelkind ist gerade geboren worden, und daher steht die eigene Familie nun an erster Stelle. Nächstes Reiseziel ist Floridal: Dort heiratet bald ihr Sohn.