Kempen: Alltagsszenen auf Granit aus Indien

Kempen: Alltagsszenen auf Granit aus Indien

Die drei Künstler gewährten am Dienstag- einen ersten Blick auf die Säulen.

Kempen. "Unterm Kastanienbaum, beim Wein haben wir uns zum Brainstorming getroffen", erzählt Manfred Messing. Heraus gekommen ist dabei ein "fünftes Stadttor", wie es Bernd Faber, Geschäftsführer des Bürgervereins Hagelkreuz, nennt. Bei einem Werkstattgespräch konnte die WZ am Dienstag einen Blick auf das Ergebnis des Gedankenaustauschs werfen: zwei Stelen.

Diese sind das Kunstwerk, das den neugestalteten Concordienplatz abrunden soll. Denn das hatte sich der Bürgerverein gewünscht. Und zum zehnjährigen Bestehen geht dieser in Erfüllung: Am Sonntag wird um 11.30Uhr die Einweihung gefeiert.

Bei der Verwirklichung mitgeholfen haben zunächst die vielen Spender aus dem Viertel, aber vor allem die Sparkassenstiftung. Mit dem Kempener Steinbildhauer Manfred Messing, Landschaftsgestalter Burkhard Damm und dem St.Huberter Künstler Jürgen "Moses" Pankarz fand der Verein zudem die passenden Ausführenden, die mit viel Freude an die Aufgabe gingen.

Die Stelen stehen am Eingang des Concordienplatzes und stellen so das Stadttor ins Viertel dar. Sie sind geschmückt mit von Pankarz entworfenen Alltagsszenen aus dem Viertel. Da wird ein Kind im Kinderwagen spazieren geführt, wird sich unterhalten, treffen sich Jugendliche, sitzen die Älteren auf der Bank. Alles sehr lebendig und liebevoll festgehalten. Man muss um die Säulen herum gehen, um alle kleinen Geschichten zu entdecken - eben das, was ein in über 40Jahren gewachsenes Viertel ausmacht, wie Pankarz sagt. Und auch die Sparkassenstiftung findet sich in einer Szene denkwürdig und mit Schmunzeln verewigt.

Ein flotter Radler, der von der Altstadt aus über die Fußgängerbrücke den Weg nach Hagelkreuz erklimmt, um auf der anderen Seite die schwungvolle Abfahrt zu genießen, bildet im Vordergrund die Verbindung. "Ich nehme auch immer die Brücke", erzählt Kulturdezernent Volker Rübo.

"Ein 3,5 Tonnen schwerer Granit aus Indien wurde für die Stelen verwendet", so Messing. Er hat keinerlei Maserung und wurde in der Werkstatt zurechtgeschnitten. Die Ornamente wurden mittels feiner Sandstrahlgeräte in den Stein eingefräst.