Kempen: Abriss und Laden-Aus am Buttermarkt

Kempener Altstadt-Geflüster : Geplanter Abriss und Laden-Aus am Buttermarkt

Das Haus Nummer 10 soll einem Neubau weichen. Das „Haus der Geschenke“ schließt zum Jahresende.

Der Bauboom in der Altstadt geht weiter. Das Haus des früheren Spielwarengeschäfts Stein an der Ellenstraße 40 ist ja bereits Geschichte. Ein Archäologe ist schon während des Abrisses vor Ort gewesen und hat dokumentiert, was er so im Boden gefunden hat. Das erklärte Bettina von der Linde vom Stadtplanungsamt im Denkmalausschuss. Bis das Loch dort mit einem Neubau gefüllt werden kann, dauert es aber noch etwas. Weil ein Kran dafür auf der Straße stehen müsste, dieser aber ein Hindernis für den St. Martinszug und den Weihnachtsmarkt darstellen würde, müssen sich die Bauarbeiter nun gedulden. Zumindest liegt die Baugenehmigung aber seit September vor, sodass es dann nach den Festlichkeiten in der Altstadt losgehen kann.

Neubau ist in Planung

Und Bettina von der Linde konnte den Denkmalpolitikern von weiteren Bauplanungen in der Altstadt berichten. Für das Haus am Buttermarkt 10 liegt der Stadt ein Abrissantrag vor. In dem Haus zwischen La Piazza und ManyThron ist heute ein Damenmodegeschäft zu finden. Nach dem Abriss soll dort ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus neu gebaut werden. Das Haus ist zwar selbst kein Denkmal, aber als erhaltenswert eingestuft. Daher wird sich nun der Denkmalausschuss in seiner Sitzung am 19. November damit näher befassen. Dann wird auch der Neubau an der Kerkener Straße 7-9 (früher die Kneipe Zur Alten Wache) Thema sein. Im Planungsausschuss hatte es zwar schon grünes Licht gegeben. aber nun haben die Denkmalpolitiker auch noch ein Wörtchen mitzureden, weil das Haus, das ebenfalls kein Denkmal ist, im Denkmalbereich liegt. Und dann ist da noch das Geschäftshaus an der Ecke Kirch-/Judenstraße. Dort ist das Modegeschäft Miller & Monroe zu finden. Das wird auch so bleiben. Aber im Dachgeschoss sollen drei Wohnungen entstehen. Dazu wird dort gebaut und auch die Fassade im oberen Bereich leicht verändert, um den Dachgeschossbereich besser ausnutzen zu können. Der Landeskonservator hat den Planungen bereits zugestimmt.

Die Südfassade als Vorbild

Genehmigen müssen die Stadt und auch die Politiker auch die Arbeiten an einem besonders markanten Denkmal, das in nächster Zeit saniert werden muss. Die Propsteikirche sieht ja stellenweise ganz schön verblichen aus. Die Fassade ist besonders an der West- und der Nordseite stark sanierungsbedürftig. Wie in der WZ mehrfach berichtet, muss die mineralische Dichtungsschicht, die sogenannte Schlämme, die die Tuffsteinverblendung vor eindringendem Wasser schützen soll, erneuert werden. Danach soll wieder ein Anstrich in dem aktuellen roten Farbton erfolgen. Vorbild dafür wird die noch recht gut erhaltene Südfassade sein. Im nächsten Frühjahr will die Kirchengemeinde mit den Arbeiten an der Westseite und am Turm beginnen.

Mietvertrag gekündigt

Erst kürzlich hatte der Flüsterer das „Haus der Geschenke“ am Buttermarkt besucht und an dieser Stelle über das außergewöhnliche Geschäft berichtet. Nun muss er das nahende Ende des Kult-Ladens (nach 44 Jahren) verkünden. Christine Tonndorf und Reiner Naumann haben die Katze öffentlich aus dem Sack gelassen: Ende des Jahres ist Schluss, der Mietvertrag gekündigt. Das in Sonsbeck lebende Betreiber-Paar, beide sind Mitte 60, geht in den Ruhestand.

Räumungsverkauf geplant

Eine Übernahme des Ladens ist nicht vorgesehen, der Ist-Bestand soll im Rahmen eines Räumungsverkaufs „unter die Leute“. Am Montag, 22. Oktober, startet die große Rabatt-Aktion. Ob Bilder, Gläser oder bunt bemalte Zinn-Anhänger - so gut wie alles soll zu reduzierten Preisen verkauft werden. Die Engelchen aus dem Erzgebirge gehen also in diesem Advent zum letzten Mal über Christine Tonndorfs Ladentheke. Bleibt die große Frage, wer im neuen Jahr ins Erdgeschoss der historischen Immobilie mit der prominenten Lage ziehen wird. Der Flüsterer bleibt dran.

Türkische Spezialitäten

Definitiv fest steht dafür der Nachmieter des Ladenlokals an der Umstraße 43 (früher eine Pizzeria). Hier wird, wie der Flüsterer kürzlich am Schaufenster las, am Montag sogar schon Eröffnung gefeiert. „Schiffsbug“ heißt das neue Restaurant. Betreiber ist Fatih Haso aus Krefeld, der dann und wann auch von seiner Frau Fatma im Lokal unterstützt werden wird. Auf der Karte werden türkische Gerichte aus dem maritimen Bereich stehen, darunter diese Spezialität: gebackener Fisch in Salzkruste. Am Montag geht es um 9 Uhr mit einem kleinen Sektempfang los, dazu werden Häppchen gereicht.