Keine Bedenken gegen den Abriss des Burg-Cafés in Kempen

Kempen: Keine Bedenken gegen Burg-Café Abriss : Der Abriss wird wohl kommen

Ausschuss fällt am heutigen Montag die Entscheidung über das ehemalige Burg-Café.

Dem Neubauprojekt auf dem Areal des ehemaligen Burg-Cafés an der Thomasstraße 27 steht vonseiten der Behörden nichts mehr im Wege. Die Stadtverwaltung geht mit dem Beschlussvorschlag in den Denkmalausschuss am heutigen Montag, dass sowohl der Abriss des Caféhauses als auch der anschließende Neubau aus denkmalpflegerischer Sicht genehmigt werden sollen.

Denkmalpflege sieht
keinen Hinderungsgrund

Mit Blick auf den Abriss hat die Stadt Kempen auch die Zustimmung des Amtes für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) bekommen. „Nach reiflicher Überlegung und mit Bedauern sehen wir für einen Antrag auf Unterschutzstellung keine ausreichende substanzielle Grundlage“, schreibt das LVR-Amt in seiner fachlichen Stellungnahme. Lediglich bei der Fassade hätte man einen gewissen Denkmalwert festhalten könne. Da diese aber schon baulich verändert worden sei, spiele auch dieses Argument keine übergeordnete Rolle. Insofern gebe es keine Bedenken gegen den Abriss des markanten Hauses in der Altstadt, das in seiner heutigen Form zwischen 1926 und 1934 entstanden sein soll.

Somit ist der Weg für die Familie Flamang frei, um nach dem Abriss einen Neubau errichten zu können. Geplant ist ein Wohn- und Geschäftshaus in geschlossener Bauweise. Vorgesehen sind laut Stadt Kempen drei Geschosse und ein Mansarddach. Die Bautiefe beträgt etwa 14 Meter. Im Erdgeschoss und in Teilen des ersten Obergeschosses ist eine Arztpraxis vorgesehen. Zudem will der Inhaber fünf Wohnungen in dem Gebäude realisieren. „Die Gestaltung des Baukörpers entspricht den Zielen der Denkmalbereichssatzung“, heißt es in der Vorlage der Stadt Kempen. Zudem lasse der Bebauungsplan aus planungsrechtlicher Sicht die dreigeschossige Bebauung zu.

Während die Denkmalschützer beim Abriss keine Bedenken haben, geben sie mit Blick auf die Neubaupläne aber zumindest Denkanstöße. „Der geplante Neubaukörper fügt sich in meinen Augen nicht besonders gut in den Stadtgrundriss ein, da er in seiner Tiefe und Höhenentwicklung über das bisher vorhandene Maß hinausgeht“, schreibt Konservatorin Julia Kollosche-Baumann vom LVR. „Hier ist insbesondere die als Baudenkmal eingetragene Eckbebauung (Burgstraße 30) im Rahmen des Umgebungsschutzes zu berücksichtigen.“ Dabei handelt es sich um das Haus der Thomas-Buchhandlung. Aus Sicht der Stadt Kempen ist der Umgebungsschutz gegeben – und zwar so, wie er in der Kempener Denkmalsatzung von 1990 geregelt ist.

Das Burg-Café hatte im Februar 2018 nach rund 130 Jahren den Betrieb eingestellt. Inhaber und Konditormeister Erwin Falk, der das Burg-Café mehr als 40 Jahre geleitet hat, konnte das Unternehmen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterführen. Daher entschloss sich die Familie Falk endgültig zum Verkauf der Immobilie. Kurze Zeit später ist Erwin Falk gestorben.

Pläne für einen Verkauf gab es  seit vielen Jahren. Mehrfach wurde die Immobilie im Internet zum Verkauf angeboten. Vermarktet wurde das Objekt über mehrere Jahre durch die Volksbank Kempen-Grefrath. Im Frühjahr 2013 stand die Übernahme durch einen Krefelder Café-Betreiber sogar schon so gut wie fest. Kurz vor der Unterzeichnung der Verträge konnten sich die Parteien aber dann doch nicht einigen.

Über die aktuellen Abriss- und Neubaipläne diskutiert der Denkmalausschuss am Montag, 20. Mai, ab 18 Uhr im Rathaus am Buttermarkt.

kempen.de

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