Kein Platz für Josef Lepers

Kein Platz für Josef Lepers

Die Politik will keine Straßen und Co. mehr nach Grefrather Persönlichkeiten benennen.

Grefrath. Einen Josef-Lepers-Platz wird es in Mülhausen nicht geben. Und auch andere Gebäude, Straßen oder Plätze sollen in Zukunft nicht mehr nach Grefrather Persönlichkeiten benannt werden. Mit breiter Mehrheit fasste der Rat diese Grundsatzentscheidung.

Hintergrund war ein Bürgerantrag des Heimatvereins Oedt und anderer, die in Vertretung für weitere Vereine und mehrere Bürger beantragt hatten, den Platz an der Marienschule in Mülhausen in „Josef-Lepers-Platz“ zu benennen. Lepers war mehr als zwei Jahrzehnte Bürgermeister der alten Gemeinde Oedt und der neuen Gemeinde Grefrath.

In der Ratssitzung im September einigten sich die Fraktionen darauf, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, ob zukünftig Straßen, Plätze und kommunale Gebäude nach Personen benannt werden sollen. In der Vorlage zur Sitzung am Montag hieß es nun, dass man sich die Fraktionen vor Jahren mündlich darauf verständigt hatten, „keinen Personenkult zu betreiben“. Auf Anregung von Jochen Monhof (SPD) wurde nun in der Sitzung am Montag eingeschränkt, dass sich der Verzicht nur auf Grefrather Persönlichkeiten bezieht. Ein Goethe-Platz wäre also weiterhin möglich, ein Lepers-Platz aber nicht.

„Das macht den Beschluss auch nicht besser“, so CDU-Ratsherr Alfred Knorr. Ohne Not wolle der Rat künftig auf sein Recht verzichten, bedeutende Persönlichkeiten auf diese Art zu ehren. Eine Johannes-Girmes-Straße, ein Bergerplatz oder eine Albert-Mooren-Halle wären so nicht möglich gewesen. „Warum sollten wir künftigen Diskussionen ausweichen, wenn gute Namensvorschläge gemacht werden?“, fragt sich Knorr. CDU-Ratsherr Manfred Wolfers jun., der den Beschluss ebenfalls ablehnte, kritisierte den Begriff „Personenkult“ in diesem Zusammenhang.

In der CDU ist das Thema umstritten. Christian Kappenhagen (CDU) schilderte, warum er dem Antrag zustimme: Es tue der politischen Kultur gut und verhindere, dass Personen Gegenstand politischer Diskussionen würden, bei denen auch Gründe genannt würden, die gegen eine Ehrung sprechen. Das sei schon geschehen. „Da passieren Dinge, die nicht hilfreich sind“, so Kappenhagen.

Werner Mülders (FDP) nannte den Vorschlag „unsinnig“ und stimmte zusammen mit drei CDU-Ratsleuten dagegen. Mit 27 Ja-Stimmen wurde der Antrag aber angenommen.

Einen Bürgerantrag, die Doppelsporthalle in Grefrath nach dem ehemaligen Sportausschussvorsitzenden Matthias Trienekens zu benennen und der kleinen Grefrather Turnhalle den Namen des ehemaligen Hausmeisters Heinz Giebels zu geben, wurde dann folgerichtig gar nicht erst diskutiert.