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Jeyaratnam Caniceus aus Kempen setzt sich für die rheinische Martinstradition ein

Martins-Hochburg Kempen : „Kümmere mich um eine Ausstellung“

Der Kempener Jeyaratnam Caniceus setzt sich für eine Ausstellung zum Thema St. Martin in Kempen ein.

(biro) Der Kempener Jeyaratnam Caniceus und sein Mitstreiter René Bongartz aus Brüggen setzen sich seit Jahren für die rheinische Martinstradition ein. Ihr Einsatz führte dazu, dass die rheinische Martinstradition 2018 offiziell als immaterielles Kulturerbe des Landes NRW anerkannt wurde. Weiterhin arbeiten Bongartz und Caniceus an weiteren überregionalen Projekten zum Thema St. Martin. Ein Gespräch über St. Martin und seine Bedeutung für die Menschen in Europa und in Kempen.

St. Martin ist am 10. November – Sie kümmern sich aber das ganze Jahr darum, oder?

 Jeyaratnam Caniceus: Ja, das kann man so sagen. Seit mehr als drei Jahren schon sind wir damit beschäftigt, eine Ausstellung zum Thema St. Martin auf die Beine zu stellen, die auch in Kempen gezeigt werden soll. Viel kann ich dazu noch nicht sagen, weil die Planung noch läuft, aber ich kann zumindest verraten, dass wir die Fördermittel, die wir dafür brauchen, bekommen. Die Illustrationen zur Ausstellung macht übrigens der in Kempen sehr bekannte Zeichner Jürgen „Moses“ Pankarz. Überall gibt es tolle Ideen rund um St. Martin. Das habe ich auf einer Konferenz des Europäischen Netzwerks der Kulturzentren Sankt Martin im belgischen Beveren im Mai gesehen. Martinsbräuche werden europaweit auf sehr vielfältige Weise gefeiert, das habe ich vorher nicht gewusst, das war spannend.

Können Sie
Beispiele nennen?

Caniceus: Im Stuttgarter Raum etwa ist das Martinsfest sehr religiös geprägt, in den Niederlanden ist es eher ein Volksfest. Aber das Rheinland ist ohne Zweifel eine Hochburg, diese Dimensionen kennt man in anderen Regionen nicht. Das macht auch den Martinszug in Kempen für auswärtige Besucher so interessant. So überlegen schon Martinsfreunde aus den Niederlanden und aus der Martinus-Gemeinschaft Rottenburg-Stuttgart, in diesem Jahr zum Kleinkinderzug nach Kempen zu kommen.

Was macht St. Martin
europaweit so interessant?

Caniceus: Die Idee der Nächstenliebe und des Teilens bringen viele Menschen mit dem europäischen Gedanken zusammen. Gleichzeitig ist Martin ein europäischer Heiliger: Er hatte einen römischen Vater und eine ungarische Mutter und wirkte europaweit. Durch seine Taten wurde er bereits im 4. Jahrhundert zu einem Botschafter für den Frieden.

Was bringt der Austausch mit anderen Martinsbegeisterten auf europäischer Ebene für Kempen?

Caniceus: Bei diesen Treffen knüpft man Kontakte und bekommt Impulse. Unser mittelfristiges Ziel ist es, den Niederrhein als Martinshochburg mit den vorhandenen europäischen Martinswegen zu vernetzen. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass Kempen mit der Geburtsstadt Martins, mit Szombathely, eine Städtepartnerschaft eingeht, dafür würde ich gern meine Verbindungen einsetzen. Auch könnte man sich ein Treffen des europäischen Netzwerks der Kulturzentren Sankt Martin 2025 in Kempen
vorstellen.