Innehalten und Träumen in Schwarz-Weiß

Innehalten und Träumen in Schwarz-Weiß

Fotograf Tom Wolters zeigt seine Bilder zurzeit im Kunstzentrum Kempen. Es sind keine Zufallsprodukte, sondern Ergebnis von Recherche und ausführlicher Planung.

Kempen. Die Fotos von Tom Wolters haben nichts mit den üblichen Aufnahmen zu tun, die Touristen bei ihren Ausflügen so machen. Es sind vielmehr schwarz-weiße Momentaufnahmen, die beispielsweise an Gebirgsketten, Hochmooren oder an bestimmten Orten entstehen und die Betrachter mitnehmen wollen, inne zu halten, zu träumen oder sich dies einmal selbst an Ort und Stelle anzuschauen.

30 seiner klein- und großformatigen Fotos sind noch bis zum 31. Dezember zu den üblichen Öffnungszeiten (montags bis freitags, durchgehend von 10.30 bis 18.30 Uhr; samstags von 10.30 bis 14 Uhr) im Kunstzentrum Kempen an der Ellenstraße 10 zu sehen.

Eigentlich arbeitet der Ur-Kempener Tom Wolters, 52 Jahre alt, als Marketing-Leiter in Krefeld. Die Leidenschaft zur Fotografie hatte er schon von seinem Großvater mitbekommen, der damals noch in der analogen Technik immer Schwarz-Weiß-Aufnahmen gemacht hatte. „Die sind viel aussagekräftiger und kontrastreicher als die Farbaufnahmen“, sagt der Freizeitfotograf, der damit vor mehr als 20 Jahren so richtig begann. Nach wie vor macht er alles selbst — bis hin zum Druck auf hochwertigem Papier mit pigmentierter Tinte. „Die Fotos haben dann fast Museums-Qualität, halten mindestens 70 Jahre.“

„Die Kameras sind für mich nur Mittel zum Zweck“, sagt der 52-Jährige und meint, dass erst einmal das Motiv und der richtige Augenblick das Entscheidende sind.

Dabei gehe es größtenteils überhaupt nicht darum, die Kamera bei Urlaubstouren mitzunehmen und dann spontan auf den Auslöser zu drücken. Der Kempener recherchiert meist im Internet oder in den Zeitungen nach interessanten Objekten. „Das können schroffe Felswände in den Urner Alpen, eine bestimmte Hütte in Hinterzarten oder das Hochmoor in der Hohen Venn sein“, erzählt er. Hat er sich für ein Ziel entschieden, fährt er dorthin, sucht die passende Einstellung und Tageszeit. „Meistens bin ich zu den normalen Frühstückszeiten wieder weg. Dann habe ich schon alles im Kasten.“ Tom Wolters, der schon einige Ausstellungen gemacht hat, liebt das „Spiel“ mit Licht und Schatten — und die analoge Fotografie in Kombination mit der modernen digitalen Technik.

Er nimmt auch besondere Motive aus seiner unmittelbaren Umgebung auf. Denn in der Martinswoche wird der Fotograf zum dann 11. Mal einen Kalender mit Motiven aus Kempen herausgeben. „Diesmal sind unter anderem alle drei Mühlen dabei, die es in der Stadt Kempen noch gibt“, sagt Wolters.

Natürlich sprechen ihn ab und zu auch Leute an und wollen ihn auf besondere Schnappschüsse aufmerksam machen. So rief vor etwa zwei Jahren mal ein Schäfer an, dessen Schafe auf einer Weide am Kempener Wall grasten. Wolters fuhr dort hin. „Das war schon eine Menge Arbeit, denn ich wollte unbedingt den Leithammel vor einem bestimmten Baum und einem Kreuz aufnehmen“, erinnert er sich schmunzelnd.

Bis Ende Dezember kann man sich die Fotos an der Ellenstraße anschauen. Sie sind auch in drei verschiedenen Formaten, von 20 mal 20 bis zu 50 mal 50 Zentimeter, käuflich zu erwerben auf Wunsch mit dazu passendem Rahmen und Passepartout.

Alle paar Wochen werden sich die Motive und Landschaften in den Schaufenstern und in den Räumen verändern.