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Initiative von Schwimmern will 50-Meter-Becken retten

Initiative von Schwimmern will 50-Meter-Becken retten

Die Umbaupläne der Kempener Stadtwerke für das Aqua-Sol stoßen bei regelmäßigen Besuchern des Bads auf Kritik.

Kempen. Die Pläne der Stadtwerke Kempen zum Umbau des Schwimmbads Aqua-Sol stoßen auf immer mehr Widerstand. Kempener Bürger, die gerne zum Schwimmen ins Aqua-Sol gehen, sind damit nicht einverstanden. Besonders den Verlust des 50-Meter-Beckens bedauern Schwimmer, weiß die Kempenerin Dagmar Marxen. Sie hat sich mit weiteren Schwimmern zu einer Initiative zusammengeschlossen, die sich für den Erhalt des großen Beckens einsetzen möchte.

„Aufgestoßen ist uns die Vorgehensweise der Stadtwerke. Es gab keine öffentliche Diskussion, keine Beteiligung der Öffentlichkeit“, sagt die Kempenerin. Für sie und ihre Mitstreiter ist klar, dass das 50-Meter-Becken ein Aushängeschild für das Kempener Schwimmbad ist.

Das hat auch Dr. Karl Geuchen festgestellt. Überrascht und entsetzt seien viele Schwimmer, die teils auch weitere Wege in Kauf nehmen würden, um das 50-Meter-Becken zu nutzen. Besonders im Sommer sieht Geuchen in der Zukunft Probleme. An schönen Sommertagen sei zurzeit das Freibad voll. Das 50-Meter-Becken sei dann voller Schwimmer, hat Geuchen festgestellt. Und er fragt sich: Wo sollen die alle hin, wenn das Becken nicht mehr da ist?

Auch die Pläne, das Freibad zukünftig erst im Juni statt im Mai zu öffnen, wird kritisiert.

Für Menschen, die schwimmen und sich fit halten wollen, seien die jetzigen Planungen besonders im Sommer keine Alternative. Da sind sich die Kritiker einig. Das Wasser sei im 25-Meter-Becken zu warm und bei schönem Wetter auch zu voll zum Schwimmen. „Die jetzigen Pläne gehen an den Bedürfnissen derer, die einfach nur schwimmen wollen, total vorbei“, sagt Geuchen.

Fürs Schwimmenlernen oder Wettbewerbe sei das große Becken ideal, findet Dagmar Marxen. Zwar finde der Schwimmunterricht im Hallenbad statt, nach der Schließung des 50-Meter-Außenbeckens würde jedoch eine attraktive Möglichkeit fehlen, das Gelernte, wie Streckentauchen, Rücken- und Kraulschwimmen sowie Transportschwimmen, zu üben. Dass der traditionsreiche „Burg-Sprint“ in seiner bisherigen Form nicht mehr stattfinden könnte, hatte der SV Aegir gegenüber der WZ bereits im März in Aussicht gestellt.

Für die Kritiker ist das Fehlen des 50-Meter-Beckens ein herber Verlust für das Freizeitangebot der Kempener Kinder und Jugendlichen. Dagmar Marxen hat dabei auch die Schulen im Blick. Der Wandertag der Kempener Gymnasien vor den Sommerferien führt traditionell ins Aqua-Sol.

Dass in dem Schwimmbad etwas getan werden müsse, auch um das Bad barrierefrei und für Familien mit Kindern attraktiver zu machen, steht für Dagmar Marxen außer Frage. Aber nicht auf Kosten des 50-Meter-Beckens.

Die Gruppe der Kritiker möchte gerne eine Diskussion in der Bevölkerung anregen und ist an einem Austausch interessiert. Wer mitwirken möchte, kann sich per E-Mail an dagmar.marxen@gmx.de wenden.

Die Stadtwerke haben angekündigt, 7,5 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um das Aqua-Sol bis Frühjahr 2020 zukunftsfit zu machen. Es soll barrierefrei und für Fitness, Senioren und Familien mit Kindern zugeschnitten sein. Letztlich soll der Umbau auch laufende Kosten für Energie und Personal sparen.

Das 50-Meter-Becken sei das am wenigsten frequentierte Becken, sagte Badleiter Wolfgang Werthschulte bei der Vorstellung der Pläne. Draußen bleiben dann das 25-Meter-Ganzjahresbecken, das Freizeitbecken mit Rutsche, der Kinderbereich und das Sprungbecken erhalten. Das Freibad soll auch künftig maximal 6000 Besuchern Platz bieten. In den Monaten Mai und September habe sich der Betrieb in der Vergangenheit nicht gelohnt. Daher wird das Freibad nur noch von Juni bis August geöffnet.