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Informationsabend der FDP zum Thema Nitrat in St. Hubert

Informationsabend der FDP in St. Hubert : Experten informieren über Nitratbelastung des Wassers

Zahlreiche Besucher waren zum Themenabend der FDP in St. Hubert gekommen, darunter viele Landwirte.

Wie rein ist das Trinkwasser in Kempen? Ist es mit Nitrat belastet? Fragen, die jeden angehen. Entsprechend gut besucht war ein Informationsabend der Kempener FDP zum Thema „Nitrateintrag vermeiden/Grundwasser schützen“ in St. Hubert. Rund 50 Personen, darunter viele Landwirte, waren gekommen. Der Bürgermeisterkandidat der FDP, Cedric Franzes, bat zunächst um eine sachliche Diskussion, „mit klarem, kühlem Kopf, fokussiert auf die Fakten“. Die wurden in Form von zwei Vorträgen reichlich geboten.

Zunächst sprach Michael Kastler vom wasserwirtschaftlichen Planungs- und Beratungsbüro ahu aus Aachen. Das Büro hat im Auftrag der Stadt eine Studie über mögliche Risiken der örtlichen Trinkwasserwasserversorgung erstellt. Das Thema ist komplex und kompliziert. Kastler stellte das Wassereinzugsgebiet im Bereich St. Hubert/Tönisberg vor. Das Trinkwasser für Kempen wird in 30 bis 35 Metern Tiefe aus sechs Brunnen entnommen. Zwei befinden sich auf St. Huberter Gebiet, vier in Tönisberg.

Während die Tönisberger Brunnen praktisch nitratfrei sind, sind die Werte bei einem Brunnen in St. Hubert seit den 1990er-Jahren deutlich gestiegen, liegen aber noch unter dem kritischen Wert. Als Ursache wird vor allem intensive Landwirtschaft ausgemacht, auch wenn Belastungen etwa durch undichte Kanäle hinzukommen könnten. Auf dem Weg von der Oberfläche bis zum Grundwasser werden Wassertropfen gefiltert. „Das System kann vieles noch abpuffern, das Grundwasser ist noch nicht gefährdet“, so Kastler.

Christian Plaßmann, zweiter Referent des Abends, ist Technischer Leiter der Kommunalen Partner Wasser, einer Kooperation der Wasserwerke Kempen, Nettetal und Grefrath. Auf einer Karte zeigte er, wie in NRW der Anteil der roten, also nitratbelasteten Grundwassergebiete in den letzten vier Jahren zurückgegangen ist. Doch die regionale Karte zeigt immer noch viele rote Bereiche. Dafür macht Plaßmann unter anderem die Zunahme der Produktionsintensität, eine Konzentration der Viehdichte, intensive Bodenbearbeitung und den Anbau von energiehungrigen Kulturen verantwortlich.

Das Kempener Wassereinzugsgebiet liegt nicht im roten Bereich. Das Rohwasser wird zu 75 Prozent den unbelasteten Brunnen in Tönisberg entnommen und mit Wasser aus St. Hubert gemischt. Dadurch enthält das Trinkwasser weniger als zehn Milligramm Nitrat pro Liter – weit unter den kritischen Werten. Unabdingbar ist aus Sicht von Plaßmann der Ausbau der Kooperationen mit den Landwirten. Die erhalten für grundwasserschonende Maßnahmen Fördermittel.