Kempen : Ina-Medaille mit St. Martin

Schwester-Ina- Stiftung stellt die neue Münze vor. In diesem Jahr ist sie auch Martin von Tours gewidmet.

Kempen. Zwei Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens der Nächstenliebe gewidmet haben, standen im Mittelpunkt: Martin von Tours, besser bekannt als St. Martin, und Schwester Ina (1895-1980), die im Kinderheim St. Annenhof gewirkt hat. Seit 14 Jahren gibt es eine Medaille, deren eine Seite Inas Gesicht zeigt und die andere ein Thema, das jährlich wechselt. In diesem Jahr ist es St. Martin, der seinen 1700. Geburtstag feiert, wie Karl-Heinz Wolters, Vorsitzender der Stiftung, erläutert. Als Motiv wurde das Denkmal auf dem Buttermarkt gewählt, das an die zwei Umzüge erinnert, an denen jährlich insgesamt etwa 5000 Kinder teilnehmen.

Wolters wies bei einem Pressetermin auf die Foto-Ausstellung „St. Martin in Kempen“ hin, die am Montag in der Sparkasse an der Orsaystraße eröffnet wird. Das älteste Bild zeige einen Martins-Darsteller aus dem Jahr 1913. Dazu werden, so Wolters, unter anderem Schnappschüsse von Kleinkinder-Umzügen, prämierte Fackeln der vergangenen Jahre sowie Martins-Darstellungen und Bräuche in Kempen gezeigt.

Der ehemalige Bürgermeister Karl-Heinz Hermans hat noch eine gute Erinnerung an Schwester Ina. Sie sei wohl sehr vorausschauend gewesen: „Im Kindergarten hatte ich bei einem Theaterspiel die Rolle des Hauptmanns. Sie hat wohl erkannt, dass ich den Drang nach vorne hatte.“ Sie hätte wohl auch ihren Habit geteilt, meinte Heiner Wirtz, Vorsitzender des Martins-Vereins, der mehrere Jahre den armen Mann gemimt hat. Womit er die Verbindung Nächstenliebe der beiden Menschen Martin und Ina wiederherstellte.

250 Medaillen hat die Stiftung prägen lassen. Ein Exemplar kostet 50 Euro und wird in der Sparkasse und im Annenhof (Oelstraße) verkauft. „Das Geld geht ganz an die Stiftung. Wir sind auf Spenden angewiesen“, betont Wolters. Zinserträge gebe es nicht mehr, so der Vorsitzende. Früher seien etwa 20 000 Euro dadurch erwirtschaftet worden, dann gar nichts mehr. Deshalb habe man sich entschieden, ein Mehrfamilienhaus am Oedter Pfad zu errichten (die WZ berichtete). Durch die Mieteinnahmen soll dann die gleiche Summe wir zuvor aus den Zinsen zusammenkommen. Sieben der neun Wohnungen seien bereits vermietet. „Das Dach ist drauf, in zwei Wochen kommen die Fenster“, sagte Wolters. Anfang des Jahres soll dann der Bau fertig sein.

Wie das Geld der Stiftung genutzt wird, erläuterte Herbert Knops, Leiter des Annenhofs: „In diesem Jahr kann ich nichts Neues präsentieren. Aber es ist viel wichtiger, das was wir machen, nachhaltig zu machen.“ Dazu zählt „Schufö“, die Schulförderung. Nachmittags wird in kleinen Gruppen gelernt. Lücken werden aufgearbeitet. Viel wichtiger als eine gute Note sei jedoch, „Das die Kinder lernen, zu lernen und Spaß am Lernen haben“, so der Kinderheim-Leiter.

Weiter gibt es einen Musikkeller, in dem die Kinder und Jugendlichen Instrumente spielen, aber auch CDs aufnehmen können. Eine Künstlerwerkstatt, eine Werkstatt für beispielsweise Fahrradreparaturen, ein Freizeittreff und eine Kapelle bieten unterschiedliche Beschäftigung. Im Gegensatz zu früher gebe es kein Internet-Café mehr. „Heute hat fast jedes Kind und Jugendlicher ein Smartphone und geht damit ins Netz“, sagt Knops. Doch bevor er das darf, muss ein Medienschein gemacht werden, um zu beweisen, dass der Besitzer verantwortungsvoll damit umgehen kann. In den einzelnen Gruppen gebe es einen Computer, damit Hausaufgaben und Ähnliches erledigt werden könnten.

Knops konnte dann aber doch etwas Neues berichten: „In der nächsten Woche wir an St. Marien 14 eine neue Gruppe für für unbegleitete Flüchtlinge aufgemacht.“ Auch wenn weniger Flüchtlinge ankämen, sei der Bedarf an Plätzen „riesengroß“.

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