In Oedt wird das Quartiersmanagement gut angenommen

Quartiersbüro: Oedt ist seit einem Jahr bestens vernetzt

Seit Januar 2018 gibt es an der Oststraße das Quartiersbüro. Die Arbeit wird von Bürgern und Vereinen geschätzt

Ein rosafarbenes Handtuch an den Türgriffen außen und innen zum Haus Hochstraße 53 verhindert, dass die Tür immer wieder ins Schloss fällt. Denn es ist an diesem Mittwochnachmittag viel los vor und im Quartiersbüro, das seinen ersten Geburtstag in den Räumen feiert. Nicole Geitner und Maren Rose-Hessler hatten eingeladen und die Gratulanten standen Schlange mit guten Wünschen, Blumen, Keksen und weiteren Präsenten.

Ein Ehepaar erkannte Geitner sofort „als neu hier“. Und sie wurde in ihrer Annahme bestätigt. „Ja, wir sind gerade von Krefeld-Fischeln nach Oedt gezogen und wollten wissen, was hier so los ist“, bestätigt die Neubürgerin. Durch einen Flyer waren sie und ihr Mann auf das Büro aufmerksam geworden. Diesen haben die Geitner und Rose-Hessler neu herausgebracht, wie Geitner im WZ-Gespräch sagt. In diesem zählt sie die vielen Aktivitäten auf, die sich auf den 80 Quadratmetern meist vormittags abspielen: Strickgruppe, Sprach- und PC-Kurs, Café Zeitlos für Demenzkranke, Quartiersrunde und Treffen der Gruppe Perspektiven für Oedt. Geitner schätzt, dass in der Woche im Schnitt 55 Menschen vorbeischauen. Nicht mit eingerechnet diejenigen, die bei Anja Dammer eine Beratung in puncto Pflege benötigen. „Frau Dammer zieht Mitte Februar nach Grefrath ins Rathaus und wird dort ihre Beratung fortführen“, sagt Geitner.

Die Quartiersbüro-Besucher kommen meist aus Oedt und sind im Rentenalter. „Wir würden uns natürlich auch gerne jüngere Menschen wünschen“, sagt Geitner. Die Anliegen der Besucher – sofern sie nicht die Gruppen besuchen – sind unterschiedlicher Natur. Quartiersmanagerin Nicole Geitner nennt einige Beispiele: die Suche nach einem bestimmten Geschäft, Hilfe für die demenzkranke Mutter, fehlende Müllabfuhr, Schwierigkeiten beim Überqueren der Hochstraße oder Nachfragen von Vereinen, wie man Förderungen beantragt. „Wir helfen, wenn wir können, bei den anderen Dingen vermitteln wir Kontakte. Wir sind da gut vernetzt.“

„Vernetzt“ benutzt Geitner häufig im Gespräch. Denn bei ihrer und Maren Rose-Hesslers Arbeit geht es vor allem darum, Menschen und Ideen zusammen zu bringen und sie, wenn möglich, umzusetzen. Dass dies finanziell geht, dafür sorgt die Fördersumme von 220 000 Euro für die Dauer von drei Jahren von der Stiftung Wohlfahrtspflege, die im Juli 2017 genehmigt worden war. Damit wurden unter anderem das Büro mit drei Räumen eingerichtet und insgesamt 30 Stunden pro Woche für Geitner und Rose-Hessler bezahlt. Das Geld sorgt auch dafür, dass bestimmte Projekte umgesetzt werden können. Wie beispielsweise das Mosaik, das zwischen dem Oedter Kindergarten St. Vitus und dem Evangelischen Altenzentrum an der Oststraße entstand. Aus einem alten Betonsockel haben Bürger und Künstler einen echten Hingucker gemacht. Dieses Projekt soll ab März weitergeführt werden.

„Ideen gehen bei uns nicht verloren. Wir sammeln alles, in Kisten oder auf Pinwänden“, sagt Geitner. Und so soll eine bereits umgesetzte Idee in diesem Jahr wiederbelebt werden: das Kinderfest im Altenzentrum. „Das mussten wir im vergangenen Jahr wegen des Altenheim-Umbaus verwerfen. Aber es wurde von Bürgern und Bewohnern wieder ins Spiel gebracht.“ Noch in der Ideenkiste liegen beispielsweise (im übertragenem Sinne) ein Streichelzoo sowie bessere Straßenübergänge und Barrierefreiheit. Geitner: „Das ist aber auch Thema von ISEK, der geplanten Ortsumgestaltung, wo wir beratend mit eingebunden sind.“

Dank der guten Vernetzung von Altenheim, Quartiersbüro und Vereinen werden die Heimbewohner wahrscheinlich auch beim nächsten Mal beim Burgfest wieder dabei sein. „Uns waren Tische und Stühle bereit gestellt worden. Und auch das Thema barrierefreie Toilette wurde aufgegriffen“, freut sich Geitner.

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