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In Kleingartenanlage in Kempen ausgesetzte Katze findet ein neues Zuhause

Vor Weihnachten in Kleingartenanlage in Kempen ausgesetzt : Findelkind Lilli kam an Heiligabend in neues Zuhause

Die kleine Katze, die beim Kleingartenverein am Hausheckenweg in Kempen ausgesetzt wurde, hat bei Ulrike Leinberger ein neues Zuhause gefunden.

(tre) Kaum hat Ulrike Leinberger zur Dose mit den Leckerchen gegriffen und ein wenig geraschelt, da stehen drei Samtpfoten vor ihr. Kater Quando, zehn Jahre alt, die fünfjährige Jussy und Neuzugang Lilli, schätzungsweise sieben bis acht Monate jung, blicken erwartungsvoll zu der Katzenliebhaberin hoch. „Lilli weiß schon ganz genau, was die Dose bedeutet. Sie steht auf Leckerchen“, sagt Leinberger und verteilt an die drei eine Runde.

Dass die kleine Katze erst seit wenigen Wochen zur Stubentiger-Gruppe der Kempenerin gehört, ist dem Trio nicht anzumerken. „Lilli hat sich sehr gut integriert. Die beiden Großen erziehen Lilli – und sie selber bringt Schwung in die Gruppe. Quando und Jussy bewegen sich jetzt wieder mehr“, bemerkt Leinberger lächelnd.

Dass die Kempenerin wieder drei Katzen hat und dazu noch einen Notfall aufgenommen hat, verdankt sie ihrer Freundin Iris. Die hatte in der Zeitung von der beim Kleingartenverein am Hausheckenweg in Kempen ausgesetzten Katze gelesen: Unbekannte hatten die Jungkatze kurz vor Weihnachten in der Anlage „entsorgt“. Daraufhin suchten die Kleingärtner ein neues Zuhause für die sichtlich zutrauliche junge Katze.

Leinberger, die immer drei Katzen hatte, musste im vergangenen Jahr ihre Katze Ayla gehen lassen. Sie war auf der Suche nach einem Neuzugang. „Als Iris mir von der ausgesetzten Katze berichtete, erschien mir das wie ein Zeichen. Ich habe sofort eine E-Mail an die Adresse geschickt, die in der Zeitung genannt war, mich vorgestellt und mein Interesse bekundet“, erinnert sich Leinberger. Sie war die erste, die auf den Artikel reagierte.

Zahlreiche Menschen wollten „Dosenöffner“ sein

„Es kamen dann noch etliche weitere liebe Anfragen von Menschen, die allesamt der ,Dosenöffner‘ der kleinen Katze sein wollten. Wir haben uns sehr darüber gefreut und auch allen geantwortet. Aber wir hatten ja mit Frau Leinberger schon einen Platz gefunden“, sagt Elke Prill, die Vorsitzende des Kleingartenvereins.

Am Morgen des 24. Dezember kam Leinberger mit einer Transportbox zur Anlage, wo Kleingärtnerin Vera Ammerling sie schon erwartete. Die junge Katze, die Leinberger „Lilli“ taufte, ließ sich problemlos in die Kiste setzen und zum neuen Zuhause transportieren. Dort angekommen, gab es zunächst ein katzentypisches Gefauche von allen Seiten. Aber das sei auch schon alles gewesen, sagt die erfahrene Katzenfrau. Inzwischen sind die Tiere ein Team geworden.

Leinberger hat es keine Sekunde bereut, das Findelkind aufgenommen zu haben. Dass es Lilli in ihrem neuen Zuhause gefällt, ist der Katze anzusehen.