In Grefrath macht man sich weiterhin Sorgen

Grefrather Hauptausschuss : Rettungswachen: Hoffen auf das zweite Gutachten

Die Gemeinde Grefrath bleibt bei ihrer Kritik an den Plänen, die Rettungswache in Lobberich zu verlegen.

Über den Rettungsdienstbedarfsplan im Kreis Viersen und die Zukunft der Rettungswachen in den Städten und Gemeinden wird weiter diskutiert. Ende August hatte es ein Treffen zwischen dem Kreis und allen beteiligten Kommunen gegeben. Dabei hat der Kreis mitgeteilt, dass ein weiteres Gutachten in Auftrag geben werden soll. Dies berichtete Grefraths Ordnungsamtsleiter Norbert Franken nun den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses. Auf Grundlage der Stellungnahmen der Kommunen wird der Gutachter mit diesen ins Gespräch kommen und danach das zusätzliche Gutachten erstellen. Der Entwurf soll dann zunächst intern mit den Kommunalvertretern erörtert werden.

Zwar hat Grefrath selbst keine Rettungswache, sondern wird hauptsächlich von Kempen versorgt, aber aus Sicht der Gemeinde gibt es an den Plänen des ersten Gutachtens einiges zu bemängeln. Besonders die Idee, für Nettetal eine neue Rettungswache in Breyell-Gier zu bauen und dafür unter anderem den Standort am Lobbericher Krankenhaus zu schließen. Für die Grefrather und Vinkrather stelle dies eine erhebliche Verschlechterung dar, so Franken. Der Weg von Breyell nach Grefrath und Vinkrath sei um einiges länger als von Lobberich. Auch der Vorschlag, dass Vinkrath und Grefrath aus dem Kreis Kleve versorgt werden können, hält er für unrealistisch. „Wir sind enttäuscht, dass uns der Gutachter vorher nicht dazu gehört hat“, sagt Ordnungsamtsleiter Norbert Franken.

Wie auch schon die Stadtverwaltung Nettetal spricht sich die Grefrather Gemeinde für den Erhalt der Lobbericher Wache aus.

Strittig ist zudem die Anzahl der Rettungswagen in der Kempener Wache. Bereits im Juli hatte Norbert Franken im Kempener Ordnungsausschuss deutlich gemacht, dass sich die Versorgung von Patienten vor allem in Grefrath und Vinkrath verschlechtern werde, wenn in Kempen nur noch zwei Rettungswagen stationiert wären.

In Kempen gibt es ähnliche Überlegungen. Der Rettungsdienstbedarfsplan steht im nächsten Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Feuerschutz am Dienstag, 9. Oktober, ab 18 Uhr im Rathaus als Bericht auf der Tagesordnung. In der Vorlage für den Ausschuss berichtet der Erste Beigeordnete Hans Ferber bereits von einem Gespräch mit Mitarbeitern des Rettungsdienstes. „Auch hier wurde noch einmal die Notwendigkeit, in Kempen weiterhin drei Rettungswagen vorzuhalten, betont.“ Die Mitarbeiter der Rettungswache hätten erklärt, dass viele ihrer Fahrten außerhalb des Stadtbezirks und mehr Verlegungsfahrten stattfänden, wodurch die einzelnen Rettungswagen oft lange gebunden seien. Diese Anmerkungen will die Stadt in den weiteren Prozess einfließen lassen.

Nach wie vor umstritten ist die vorgesehene Schließung der Wache in Anrath. Die Stadt Willich will dies verhindern.

Unstrittig ist die im Vorgriff auf den noch zu beschließenden Rettungsdienstbedarfsplan vom Kreis angestrebte Interimslösung für St. Tönis. Die Gemeinde Grefrath sieht darin eine Verbesserung in der Versorgung des Ortsteils Oedt. Der Kreis will die Trägerschaft für eine Interimsrettungswache in Tönisvorst übernehmen, die für den Betrieb erforderlichen Gebäude anmieten sowie erforderliche Fahrzeuge und Ausstattungen beschaffen.

Die Kommunen haben dazu Zustimmung signalisiert, der Kreistag hat dies schon beschlossen.

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