Natürliches Eierfärben in Grefrath Bunte Ostereier ohne chemische Zutaten

Grefrath · Viele Dinge finden sich in der Küche: Das Färben von Eiern mit Naturfarben liegt im Trend.

 Rote Beete, Möhren und Zwiebelschalen: Ausschließlich Produkte aus der Natur liefern diese schönen Eierfarben.

Rote Beete, Möhren und Zwiebelschalen: Ausschließlich Produkte aus der Natur liefern diese schönen Eierfarben.

Foto: male

Ein bisschen Öl für den finalen Schliff bringt die bunten Ostereier von Susanne Siepen und Betty Ingenleuf so richtig zum Glänzen. Die beiden Kräuterexpertinnen von „Wildes Kraut“ in Grefrath haben für die Leser unserer Zeitung unterschiedliche Sude angesetzt und schon einmal vorab Ostereier gefärbt.

„Die meisten Zutaten haben wir eh schon in der Küche“, sagt Betty Ingenleuf. Kurkuma, Kamillenblüten, Zwiebelschalen. Rote Bete- und Möhrensaft müssen vielleicht noch im Drogeriemarkt besorgt werden und die Brennnesseln gibt es gratis im Vorgarten oder am Wegesrand. Eigentlich könne alles zum natürlichen Färben der Hühner-, Enten- oder Gänseeier verwendet werden, sind sich die beiden Frauen einig. Auch Rotkohl (Blaukraut), Blaubeeren oder frisches Grün von den Bäumen und Sträuchern färbe die weißen Eier rot, zart blau oder Frühlingsgrün. Kostengünstig ist das natürliche Färben allemal.

Der Ansatz wird gefiltert,
um Fasern zu entfernen

„Die Vorgehensweise ist eigentlich bei allen Naturprodukten, die ich zum Färben einsetzen will, ähnlich“, erklärt Ingenleuf. Bei der Brennnessel müsse man sich tatsächlich erst einmal beherzt trauen, das Kraut (mit festen Gartenhandschuhen) anzufassen, um es dann ordentlich mit dem Nudelholz zu bearbeiten. „Durch das Rollen mit dem Holz brechen die Brennhärchen und die Pflanze pikst nicht mehr“, erklärt die Expertin. Ist die Gefahr gebannt, werden die Blätter in einem Liter Wasser dreißig Minuten gekocht. Dann sollte der Sud noch einmal einen halben Tag lang ziehen. Ein Schuss Essig darin oder das Ei mit einem Essigtuch abreiben helfe, die Schale leicht porös zu machen. Dann könne sie die Farbe besser aufnehmen. Der Ansatz wird gefiltert, um Fasern zu entfernen, und ist dann einsatzbereit. „Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, das Ei zu färben: Entweder kocht man die rohen Eier zehn Minuten in dem Farb-Sud oder man legt die gekochten Eier in den kalten Sud ein. Solange bis die gewünschte Färbung erreicht ist.“, erklärt Susanne Siepen.

Ein rostiger Nagel im Kochwasser könne bei allen Brauntönen die Farbintensität steigern. Für schöne rote Eier nehme der „Osterhase“ gerne Rote Betesaft. Auch der kann als Kochwasser oder kalt verendet werden, ebenso der Möhrensaft aus der Tüte oder das Wasser von ausgekochten Möhrenschalen. Achtung bei Kurkuma: Das Gewürz färbe einfach alles. Also Handschuhe verwenden! 20 Gramm Pulver auf einen Liter Wasser sollten ausreichen, auch frischer Kurkuma eigne sich zum Färben. Fenchelgrün, Holunderblätter frisches Gras oder Spinat sorgen für Grüntöne von Pastell bis intensiv. Eine Tinktur aus Kamillenblüten tauche die Eier in einen zarten Gelbton. Hier solle ein ganz starker Kamillentee aufgegossen werden.

Aus Safttütenkartons
können Nester werden

Der Spaß mit den Natureierfarben hat keine Grenzen. Kinder könnten gut in den Färbeprozess eingebunden werden, da keine Chemie im Spiel ist. Da bei den beiden Kräuterexpertinnen nichts weggeworfen und alles nachhaltig verwertet wird, haben sie noch weitere österliche Tipps: Die Kartons der Safttüten könnten mit Serviettentechnik beklebt und als kleines Nest oder als Geschenkverpackung weiterverwendet werden und die Reste der angesetzten Farbsäfte sollten nicht einfach weggekippt werden, sie eignen sich, raten die Expertinnen, zum Malen für Kinder. „Kinder sind für solche Aktionen immer schnell zu begeistern und sehr kreativ“, sagt Ingenleuf. Auch für Muster hat Siepen eine natürliche Idee: „Wir legen einfach Blättchen auf die weißen Eier, tunken diese dann ein und wo das Blatt gesessen hat, bleibt ein hübsches Naturmotiv“, sagt sie.

Die Arbeit mit den wilden Kräutern ist den beiden Frauen aus Grefrath eine Herzenssache. Und sie sind schon heute in kreativer Vorbereitung zu ihren Kräuterseminaren, die in Grefrath an der Flöthütte stattfinden werden. Sie versprechen den Teilnehmern nicht nur köstliche Rezepte mit Wildkräutern, sondern wollen in der Natur auf dem Hof von Susanne Siepen Entschleunigung und Achtsamkeit in unseren hektischen Alltag bringen.

(male)
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