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In der Mülhausener Liebfrauenschule findet eine Diskussion zur Europawahl statt.

Europawahl : Schüler bereiten sich auf EU-Wahl vor

An der Liebfrauenschule gibt es Diskussionsrunden mit Politikern, eine Probewahl und Debattierclubs zu Europa-Themen.

Als zertifizierte Europaschule blickt die Liebfrauenschule Mülhausen gespannt auf die Europawahl am 26. Mai. „Viele unserer Schülerinnen und Schüler sind bereits wahlberechtigt. Die Jüngeren wollen wir sensibilisieren, wie wichtig ein gemeinsames starkes Haus Europa ist“, sagt Politiklehrerin Michaela Heydhausen-Steiger. Zusammen mit ihrer Kollegin Maike Schwich organisiert die Pädagogin seit Wochen Unterrichtsprojekte, Exkursionen, Info-Veranstaltungen, eine Schülerwahl sowie eine Podiumsdiskussion mit fünf Kandidaten für das europäische Parlament.

Insbesondere bei der Diskussionsrunde, die am Europatag im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums stattgefunden hatte, nutzten die Schüler die Gelegenheit, Stefan Berger (CDU), Jens Geier (SPD), Daniel Freund (Grüne), Gerd Kaspar (FDP) und Amid Rabieh (Linke) auf den Zahn zu fühlen. Wie stehen die Politiker zu den „Fridays for Future“-Demonstrationen? Und was sagen sie zu den Vorwürfen der Aktivisten, die Politik höre zwar zu, ignoriere aber die Umsetzung? Zu solchen jugendnahen Fragen mussten die Parteienvertreter Stellung beziehen.

„Solche Politiker-Diskussionsrunden im Vorfeld einer Wahl haben schon Tradition bei uns. Sie sind eine gute Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, die Kandidaten persönlich kennen zu lernen und ihnen direkt Fragen zu stellen“, sagt Schulleiter Lothar Josten.

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lfs Foto: Axel Küppers

Am gleichen Tag fand in der Liebfrauenschule eine U-18-Europawahl statt. Sie wird vom Landesjugendring NRW für Schulen koordiniert, die sich für einen solchen Schüler-Urnengang anmelden. „Es dürfte spannend werden, wo unsere Acht-, Neunt-, Zehnt- und Elftklässler ihre Kreuzchen machen“, sagt Michaela Heydhausen-Steiger. Bereits die U-18-Wahl zur letzten Bundestagswahl ergab in Mülhausen interessante Ergebnisse. „In welche Richtung sich der Trend diesmal bewegt, wird am 23. Mai um 24 Uhr publik gemacht.“

Sowohl für die Sekundarstufe I als auch für die Sekundarstufe II haben die Lehrkräfte den Unterricht in Fächern wie Politik, Geschichte und Sozialwissenschaft auf Europa fokussiert. „Für die Sek I müssen die Schüler beispielsweise länderbezogen eine Präsentation erarbeiten, die den spezifischen länderkundlichen Herausforderungen gerecht werden soll“, berichtet Michaela Heydhausen-Steiger. Für die Sekundarstufe II stehen Workshops auf dem Programm, zum Beispiel eine simulierte Debatte auf Ebene der Vereinten Nationen.

In Debattierclubs im Unterricht – regional, aber auch auf europäischer Ebene – trainieren die Schüler ihr Politikverständnis, ihre Diskutierfreude, aber auch ihr Einfühlungsvermögen in die jeweiligen Länder: Warum ist der Euro eigentlich für Griechenland besonders wichtig? Wie bloß kommt Italien aus der Schuldenfalle? Wie tritt man mit Belgien in die Diskussion zum Thema Abstellen der Atomkraftwerke? Und warum sind die Finnen in der Digitalisierung weiter als wir Deutschen? „Über derartige Fragestellungen wird den Schülern sehr bewusst, dass ihre Zukunft nicht nur vor der eigenen Haustür, sondern auch in Irland, Spanien, Schweden, Luxemburg oder auf Zypern geschrieben wird“, sagt Maike Schwich. akü