Meinung : Immer wieder erklären

In der Diskussion um die drei neuen Häuser für Flüchtlinge gab es vonseiten der Politik immer wieder die Frage, wie man das Ganze den Bürgern denn noch vermitteln soll. In Kempen müssen Häuser gebaut werden, während andernorts Einrichtungen leerstehen beziehungsweise zurückgebaut werden.

Zum Beispiel in Krefeld-Forstwald und in Viersen.

Die Frage nach dem Vermitteln kann man ohne Frage aufwerfen. Am besten ist es jedoch, wenn Politiker und auch Journalisten die Lage immer wieder erklären. Ich mach’ das jetzt einfach mal. Die Einrichtungen, die im Land leerstehen und zum Teil abgebaut werden, waren als Erstaufnahmestationen für Flüchtlinge gedacht. Für Menschen, die nach Deutschland geflohen sind und sofort ein Bett und ein Dach über dem Kopf brauchen. Diese Zeltstädte und auch Turnhallen werden derzeit nicht mehr in dem Maße benötigt, weil weniger Menschen nach Deutschland einreisen.

Die Wohnungen, die nun in Kempen gebaut werden müssen, sind für anerkannte Asylbewerber. Für Menschen, die zum Beispiel in einer Zeltstadt leben und nun hier integriert werden sollen. Menschen, die sich nach einer grausamen Flucht vor Elend und Krieg ein neues Leben aufbauen möchten. Dabei geht es um eine menschenwürdige und langfristige Unterbringung, die zum Beispiel in einer Turnhalle auf Dauer nicht gegeben ist. Den anerkannten Flüchtlingen steht per Gesetz eine solche Bleibe zu. Deshalb muss die Stadt Kempen diesen Wohnraum schaffen.

Und um gleich allen Hetzern, die sich nun herausgefordert fühlen, vorzubeugen: Zum Beispiel im Bereich der Empfänger von Sozialleistungen nach SGB II („Hartz IV“) gelten ähnliche Bestimmungen. Flüchtlinge werden also keineswegs bevorzugt behandelt. Menschen, die so etwas zum Beispiel bei Facebook verbreiten, dürfen Sie, liebe Leser, keinen Glauben schenken.