Kempen: Hurrikan in Haiti: Dächer weggefegt

Kempen : Hurrikan in Haiti: Dächer weggefegt

Pfarrer Kühne macht sich Sorgen um die Menschen, die er im Laufe des Haiti-Projektes des Berufskollegs kennengelernt hat.

Kempen. „Ich bin ja Pfarrer, deshalb bete ich dafür, dass alles glimpflich abgegangen ist“, sagte noch nachmittags Pfarrer Roland Kühne auf die Frage der WZ, ob er etwas darüber gehört hat, wie der Hurrikan Matthew auf Haiti gewütet hat. Am späten Abend konnte er dann aufatmen: „Simon hat sich bei mir gemeldet.“ Der junge Mann war im August zu Gast in Kempen und hat berichtet, dass es furchtbar wäre, die Dächer der Lehmhütten weg seien und es jetzt überall hereinregne. Aber: „Ich habe nach allen Namen unserer Helfer und Bekannten gefragt, niemand ist verletzt“, so Kühne erleichtert.

Seit vielen Jahren koordiniert der Pfarrer und Berufskolleg-Lehrer ein Projekt auf Haiti. Auf die Idee, den Menschen dort zu helfen, kam ein Schüler im Religionsunterricht von Kühne. 2011 begann die Aktion. Die damaligen Auszubildenden bauten zusammen mit Arbeitern ein Lehrerausbildungszentrum für die Peter-Hesse-Stiftung in Liancourt. Eröffnet wurde es dann im Dezember 2012.

Im Juli 2014 begann ein neues Projekt in Torbeck. Acht Schüler und vier Lehrer waren dabei. Es wurde begonnen, eine Unterkunft für obdachlose Jugendliche zu errichten. Dazu kümmerten sich zwei Schülerinnen und eine Lehrerin um Kinder in einem Waisenhaus.

„Ich hatte die ganze Zeit über WhatsApp oder Ähnliches versucht, Kontakt zu bekommen“, sagt Kühne. Aber die Stromversorgung und die Verbindung von net.com, dem dortigen Betreiber, seien unterbrochen, das habe auch Simon bestätigt. Seit vier Tagen hatte Kühne keinen Kontakt mehr. Er weiß, dass der Strand der Touristenstadt Port Salut, die etwa 30 Kilometer von Torbeck entfernt ist, weg ist. Bilder gebe es aus der drittgrößten Stadt der Insel, Les Cayes, die zeigten, dass viel überflutet sei.

„In unseren Gebäuden wohnen noch keine Leute“, sagte Kühne. Sie sind aus Stein, Stahl und Beton gebaut. Darüber hatte er sich im ersten Telefonat mit der WZ keine Sorgen gemacht, aber wohl über das Dach. Dass er damit richtig lag, konnte ihm Simon bestätigen: Eine Kokospalme sei darauf gefallen.

Doch jetzt möchte sich Pfarrer Kühne zunächst um neue Wellblech-Dächer für die Lehmhütten der Einwohner kümmern: „Dafür bitte ich um Spenden. " Wer helfen möchte, kann sich bei ihm melden, Tel. 0162/8294334.

Mehr von Westdeutsche Zeitung