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Höhle der Löwen 2019: Nicole Klingen aus Grefrath ausgeschieden

Start-up aus Grefrath : Grefratherin in der „Höhle der Löwen“

Nicole Klingen (38) und ihr Team konnten mit einem Babykissen nicht überzeugen.

Am Dienstagabend stand es bei der Familie von Nicole Klingen außer Frage, welches Fernsehprogramm flimmern würde. Um 20.15 Uhr war Vox mit der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ angesagt. Dort können sich Menschen mit ihren Geschäftsideen vorstellen. Sie präsentieren diese einem Team aus Investoren, den „Löwen“. Bei Gefallen gibt es gegen Geschäftsanteile eine dementsprechende, finanzielle Unterstützung, entweder in Form eines Startkapitals oder als Unterstützung bei der Expansion.

Die 38-jährige Grefratherin Nicole Klingen war in der aktuellen Ausgabe der TV-Show zu sehen. Sie ist die geschäftsführende Gesellschafterin eines Medizintechnik-Start-ups, der Kluba Medical GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Das Unternehmen, das die WZ schon vor einigen Monaten vorgestellt hat, entwickelt Produkte für die Babygesundheit und Babysicherheit. Mitgründerin ist die Ärztin Susanne Kluba.

Die Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgin hat ein Babykopfkissen entwickelt, das Schädelverformungen vorbeugen soll. Die Lösung ist ein bereits jetzt patentiertes Babykopfkissen, welches von der Geburt an lagebedingte Kopfverformungen durch gleichmäßige Druckentlastung vermeiden soll. Durch die verstellbare Größe wächst es mit dem Babykopf mit.

Mit ihrem Produkt mit dem Namen „Medibino“ waren Nicole Klingen und ihre Mitstreiter nun in der Sendung vertreten. „Wenn man selber Prototypen entwickelt, schaut man automatisch die Höhle der Löwen. Wir als Team hatten die Idee, uns dort zu bewerben“, erzählt Nicole Klingen, wie es dazu kam. Anfang des Jahres war es so weit: Die Bewerbung war raus, eine Zusage kam innerhalb kürzester Zeit.

Bereits im Mai erfolgten die Aufzeichnungen in den Kölner Fernsehstudios, für die sich das Kluba Medical Team bestens vorbereitet hatte. Doch die beste Vorstellung von Medibino nutzte nichts. Die „Löwen“ ließ das Produkt abblitzen. Sie sahen keine klinische Notwendigkeit, der Markt für das Produkt war ihnen zu klein, und der Preis zu hoch.

Die Enttäuschung, dass man mit der Geschäftsidee aus dem Bereich der Prävention nicht punkten konnte, war seinerzeit beim Kluba Medical Team sehr groß. Es sei spannend gewesen, die Show einmal zu erleben. Sonst sehe man immer nur die andere Seite. Jetzt habe man selber mittendrin gesteckt, resümiert die Grefratherin.

Die Vermarktung des Kissens
soll trotzdem fortgesetzt werden

Nichtsdestotrotz tat es in dem Moment, wo die Aufzeichnung der Sendung nun ausgestrahlt wurde, noch einmal weh, die Absage zu hören, wenngleich man diese Entscheidung schon seit dem Moment der Aufnahmen vor vier Monaten kannte. Den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für Klingen und ihre Mitstreiter allerdings nicht in Frage. Mit „Medibino“ geht es auch ohne die prominente „Löwen“-Unterstützung in die Vermarktung. Fachleute für das Marketing sind mit an Bord geholt worden. Zudem arbeitet Kluba Medical unter anderem an Produkten für die Kopflagerung von Frühchen. „Wir haben ein Förderprojekt vom Land NRW in Sachen Lagerung und Monitoring von Frühchen bekommen und steckten mitten in der Arbeit“, berichtet Nicole Klingen.