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Wirtschaft: Hefe van Haag: Ein „Großer“ in Zahlen

Wirtschaft : Hefe van Haag: Ein „Großer“ in Zahlen

Mit dem Traditionsunternehmen hat die Stadt Kempen eine weitere große Firma in der Gewerbe-Kartei. Ein numerischer Überblick über den Zulieferer für die Bäckerei- und Konditoreibranche.

Seit 2018 hat die Stadt Kempen einen weiteren Großen in ihrer Gewerbe-Kartei. Gleich neben einem anderen Großen (Absatzzentrale) hat sich das Traditionsunternehmen Hefe van Haag angesiedelt. Aus der Nachbarstadt Tönisvorst folgte der Umzug nach Kempen, weil Hefe van Haag größer werden wollte und dies in St. Tönis nicht mehr konnte. Wie groß der Marktführer in Sachen Zulieferung der Bäckerei- und Konditorbranche tatsächlich ist, lässt sich logischerweise an Zahlen ablesen. Ein numerischer Überblick über das Unternehmen, das seinen Sitz an der Erkeshütte 1 hat.

300 Mitarbeiter sind derzeit im Familienunternehmen Hefe van Haag angestellt. 190 davon sind es am Hauptsitz in Kempen. Weitere Standorte hat van Haag in Köln und Neuwied. Die Tendenz bei der Mitarbeiterzahl ist steigend. Man sei auf Expansionskurs, hieß es noch im Oktober bei einem Pressetermin auf dem Gelände.

12 000 Artikel hat Hefe van Haag in seinem Sortiment. Dieses beinhaltet sämtliche Rohstoffe für Bäckereien und Konditoreien sowie das Eis herstellende Gewerbe. Von der Aprikosenmarmelade bis zur Zimtstange ist in den riesigen Hallen in Kempen alles vorrätig. Frisch, getrocknet, konserviert oder tiefgekühlt – für diese Zustände hat Hefe van Haag auf dem Gelände an der B 509 vorgesorgt.

1710 – in diesem Jahr liegen die Anfänge des Unternehmens. Johann van Haag war als Bäckermeister und Hefehändler in Uedem tätig. Die Frischhefe für Bäckereien (einschließlich der Veredlung, Formung und Verpackung) bestimmte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Schwerpunkt unseres Handelns. Die erste maschinell hergestellte Würfelhefe in Deutschland (1949) stammt aus dem Hause Hefe van Haag. Zu dieser Zeit fand die Produktion noch im Ortskern von St. Tönis statt. Etwa 100 Jahre lang blieb das Unternehmen bis 2018 in Tönisvorst.

46 000 Quadratmeter groß ist das noch neue Firmengelände in Kempen. Dort gibt es auch noch Erweiterungsmöglichkeiten. Dies und die gute Anbindung an die Autobahnen sprachen nach Angaben des Unternehmens für den Grundstückserwerb in Kempen.

14 000 000 Euro hat Hefe van Haag nach eigenen Angaben in den Neubau entlang des Außenrings investiert. Nach rund 18 Monaten waren die neuen Hallen fertig. Im Oktober 2018 folgte der Umzug von St. Tönis nach Kempen.

70 Prozent des auf dem Gelände in Kempen benötigten Stroms produziert das Unternehmen nach eigenen Angaben selbst. Dies geschehe mithilfe einer großen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Immobilie. Zudem sei ein Batteriespeichersystem im Einsatz, um auch in sogenannten sonnenarmen Phasen eigenen Strom nutzen zu können. Zum ressourcenschonenden Konzept der Firma gehört außerdem ein innovatives Heiz-System. Laut Hefe van Haag wurde nämlich gar keine Heizung gebaut. Um zu heizen, nutzt die Firma die Abwärme der Kühlmaschinen.

400 Tonnen Ware gehen bei van Haag pro Tag rein und raus. Dafür sorgen etwa 70 Lastwagen, die im Firmenbesitz sind. Von diesen 70 Lkw fahren rund 90 Prozent mit einem „umweltfreundlichen Abgasnachbehandlungskonzept“, so das Unternehmen. Die Temperaturen der Kühlkammern in den Fahrzeugen werden elektronisch überwacht.