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Harter Winter: Mehr als doppelt so viel Salz wie 2012

Harter Winter: Mehr als doppelt so viel Salz wie 2012

Die Mitarbeiter der Bauhöfe haben größere Mengen gestreut. Sollte der Winter noch länger dauern, gibt es noch ein paar Tonnen.

Kempen/Grefrath/Nettetal. „Das war schon ein ziemlich extremer Winter“, sagt Klaus Staschok, Leiter des Baubetriebshofes in Kempen. Insgesamt 470 Tonnen Salz haben bis zu 18 Mitarbeiter seit dem 1. Dezember 2012 in Kempen, St. Hubert und Tönisberg gestreut.

Im vorherigen, eher milden Winter waren es dagegen nur 200 Tonnen und selbst im harten Winter 2010/2011 mit 400 Tonnen noch 70 weniger als in diesem Winter. „Damals kam aber auch die Salzknappheit dazu“, sagt Staschok. „Wir hätten normalerweise auch dann mehr gestreut, wenn Salz da gewesen wäre.“

Doch seitdem hat es keine Probleme mehr bei Nachbestellungen gegeben. Insgesamt 170 Tonnen fasst das Kempener Streusalzsilo, dazu kommen 250 Tonnen, die „lose“ gelagert werden. „Mittlerweile haben auch die Lieferanten größere Ressourcen. Wir haben im Laufe des Winters regelmäßig nachbestellt und nach spätestens drei Tagen waren die Lieferungen da.“

Falls sich der Winter jetzt noch immer nicht verabschiedet haben sollte, ist übrigens auch noch ein Vorkommen von rund 75 Tonnen Salz vorhanden. Staschok: „Ich hoffe aber nicht, dass das jetzt noch gebraucht wird.“

Während der kalten Monate gibt es für die Mitarbeiter des Bauhofes drei verschiedene Streu-Prioritäten. Bei Stufe eins werden insgesamt 119 Kilometer Straßen, darunter der Altstadtring sowie 24 Kilometer Radweg, gestreut. Bei Stufe zwei kommen 46 Kilometer in der Innenstadt und den Industriegebieten und bei Streustufe drei weitere 41,8 Kilometer in den Wohngebieten dazu.

In Grefrath wurden im Laufe der vergangenen Monate 166 Tonnen Salz und 17 Tonnen Wintersplitt gestreut. Zum ersten Mal waren die Mitarbeiter der Gemeinde schon am 2. November im Einsatz. „Jetzt ist für uns aber Schluss“, sagt Bauhof-Leiterin Ina Weise. „Die Mitarbeiter müssen schließlich alle in Bereitschaft sein.“ Im Notfall würde dann ein Sonderstreuen anberaumt werden.

Für die Gemeinde war der Verbrauch in diesem Winter im Vergleich zu den Vorjahren besonders hoch. 2011/2012 wurden 70 Tonnen gestreut, im Jahr davor wegen der Salzknappheit sogar nur 21 Tonnen. Deswegen hatte man für diesen Winter die Lager aufgestockt. Das Streusalzsilo fasst 25 Tonnen, zusätzlich werden 12,5 Tonnen in Säcken gelagert.

„Nach dem harten Winter vor zwei Jahren haben wir uns außerdem eine Notfallrücklage in Holland gesichert“, sagt Weise. 50 Tonnen wurden — da es in Grefrath keine weiteren Lagermöglichkeiten gibt — dort gekauft, bezahlt und eingelagert. Im Laufe des Winters sind aber diese komplett aufgebraucht worden.

Viel wollen die Gemeinden ohnehin nicht über den Sommer bringen. Nach spätestens zwei bis drei Jahren beginnt das Salz zu klumpen und wird dann für die Maschinen schwer zu verarbeiten. Außerdem sind die Preise für Streusalz im Sommer günstiger.

In Nettetal war der Winterdienst ab dem 4. Dezember im Einsatz. „Insgesamt wurden 460 Tonnen Streusalz und 125 Tonnen Lavasplitt gestreut“, sagt David Lüngen, stellvertretender Pressesprecher der Stadt. Im Sommer waren 50 Tonnen Salz eingelagert gewesen, die zu Beginn des Winters auf 200 Tonnen aufgestockt wurden. Mehrfache Lieferungen garantierten, dass immer genug Salz vorhanden war.

„Unsere Mitarbeiter waren insgesamt 4100 Stunden im Einsatz“, so Lüngen, „Teilweise waren 20 Mitarbeiter gleichzeitig unterwegs.“ Damit war dieser Winter in Bezug auf Arbeitszeiten und Streumenge der zweitstärkste der vergangenen zehn Jahre.

Der Bereitschaftsplan endet am 12. April, kann bei entsprechender Wetterlage aber natürlich verlängert werden. „Aber aktuell gehen wir nicht davon aus, dass das nötig sein wird“, hofft Lüngen. Sollte doch noch mal ein Einsatz nötig werden, kann die Stadt Nettetal auf 15 Tonnen Salz zurückgreifen, die sich aktuell noch im Lager befinden.