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Halbzeit auf der Baustelle für die neuen Verwaltungsgebäude

Richtfest in Kempen : Solide Vorfreude auf neue Rathäuser

Zwischen Bahnhof und Finanzamt wurde am Freitag Richtfest gefeiert. Die Stadtverwaltung wird im Herbst ihre drei neuen Gebäude beziehen können.

„Solide und funktional“ - mit diesen eher nüchternen Worten beschrieb Bürgermeister Volker Rübo (CDU) am Freitag das, was die Verwaltung ab Herbst als sogenannte Nebenstelle zwischen Finanzamt und Bahnhof nutzen wird. Es war Zeit fürs Richtfest auf dem früheren Arnold-Gelände. Dort baut die Straelener Firma Hout drei sogenannte Kopfhäuser für die Stadt Kempen. Diese wird die neuen Gebäude dann zunächst für die Mitarbeiter des Dezernates von Michael Klee nutzen. Die Ämter für Jugend, Soziales und Senioren, Sport sowie Schule werden aus dem Rathaus am Buttermarkt bzw. aus der Nebenstelle des Jugendamtes in St. Hubert an die Schorndorfer Straße ziehen. „Mit Blick auf diesen Zeitpunkt herrscht bei den Kolleginnen und Kollegen eine große Vorfreude“, so Rübo. Ende Oktober will die Firma Hout die Gebäude an die Stadt übergeben. „Alles läuft wie vereinbart“, betonte Gerd Janssen, Geschäftsführer des Unternehmens.

Zustand für die Mitarbeiter
sei so nicht mehr hinnehmbar

In seinen Begrüßungsworten machte Rübo noch einmal deutlich, dass die Stadtverwaltung dringend neue Büros für die Mitarbeiter brauche. „Viele Büros sind zu klein. Sowohl im Rathaus als auch in den Nebenstellen“, so der Bürgermeister. Ein Zustand, der so nicht mehr hinnehmbar sei. Zudem lasse die Technik zu wünschen übrig. Und auch eine Vertraulichkeit für Gespräche sei nicht gegeben. „Es schallt durch die Wandschränke“, sagte Rübo. Insofern beobachte er den Baufortschritt auf dem Arnold-Gelände mit großer Freude.

In den drei neuen Verwaltungsgebäuden entstehen nach Angaben von Gerd Janssen 70 Büros für 90 Mitarbeiter. Im mittleren Gebäude werde es zudem einem Empfangsbereich geben. Ursprünglich hatte die Firma Hout das Projekt so geplant, dass die Gebäude an Firmen vermietet werden sollen. Als die Mieter allerdings abgesprungen waren, sei man mit der Stadt ins Gespräch gekommen, wie Bürgermeister Rübo es am Freitag ausdrückte: „Und darüber bin ich sehr froh.“ Schließlich sei das Straelener Unternehmen in den vergangenen Jahren für Kempen ein verlässlicher Partner geworden. Neben dem Großprojekt Arnold-Gelände ist Hout auch für das St. Peter-Stift und die Villa Basels verantwortlich. Daher habe es wohl auch mit dem Wunsch der Stadt geklappt, dass die Kommune Käufer und nicht Mieter der drei Kopfhäuser wird. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir die die Mietlösung bevorzugt hätten“, so Janssen. Aber man habe sich dann doch einigen können.

Für das Unternehmen ist die aktuelle Baustelle eine wichtige, wie Janssen betonte. „Schließlich ist das Projekt der letzte Baustein hier auf dem Arnold-Gelände.“ Janssen erinnerte an die erfolgreiche Geschichte der weltweiten Bettenfabrik Arnold, auf deren Gelände nun verschiedene Unternehmen, Behörden und Dienstleister angesiedelt sind: Finanzamt, Ärztehaus, Moses-Verlag, Arbeitsagentur, Küchenstudio, Bundespolizei, Steuerkanzleien, Physiotherapeuten – und bald die Stadt Kempen. Janssen: „Das passt.“

Fraktion hätten sich durchaus andere Lösungen gewünscht

Rübo verschwieg in seiner Rede nicht, dass das rund neun Millionen Euro teure Projekt politisch umstritten war. Mehrere Fraktionen hätten sich einen Neubau nach eigenen Vorstellungen gewünscht, hätten sich gerne mehr Zeit für eine Planungen genommen. Der Bürgermeister hatte stets betont, dass es keine bessere Lösung gebe. Und auch, dass die Zeit dränge, weil die Situation für die Verwaltungsangestellten nicht mehr zu vertreten sei. Immer mit dem Ziel, auch das Rathaus am Buttermarkt schnellstmöglich für eine Sanierung leer zu ziehen.

Dass daraus auf absehbare Zeit nichts wird, betonte Rübo am Freitag ebenso. Wegen anderer Projekten in Kempen sei dies derzeit nicht umsetzbar. Und obendrein müsse man sich nun mit dem Thema Denkmalschutz befassen. Wie bereits berichtet, empfehlen die Denkmalpfleger des Landes eine Unterschutzstellung. Und zwar nicht nur des äußeren Erscheinungsbildes, sonder auch der Gestaltung im Innern des mehr als 50 Jahre alten Gebäudes. „Insofern müssen wir das in Ruhe angehen. Und ich finde auch gut, dass wir uns die Zeit nehmen“, so Rübo, der mit diesen Planungen dann auch nichts mehr zu tun haben dürfte. Denn im Herbst 2020 wird er nicht mehr zur Wahl antreten.