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Hagelkreuz: Sanierte Fassaden sind laut Satzung verboten

Hagelkreuz: Sanierte Fassaden sind laut Satzung verboten

Einige Häuser wurden ohne Genehmigung verändert.

Kempen. Wie soll das Hagelkreuz aussehen? In den 1960er Jahren hat die Stadt in einer Gestaltungssatzung für Häuserzeilen ein einheitliches Aussehen festgelegt. Jetzt stehen aber in vielen Häusern Modernisierungen, besonders mit Blick auf Energie-Einsparungen, an. Und nicht jeder hält sich nach Angaben der Stadt dabei an die Regeln. Das Thema hat im Planungsausschuss für Diskussionsstoff.

Im Zuge von Sanierungs- und Wärmedämm-Maßnahmen werden Schiefer- und Kunststoffelemente an den Außenfassaden angebracht, die laut Satzung verboten sind, erklärte Planungsamtsleiter Heinz-Peter Cox. „Wir sollten so ein Potpourri von Formen und Farben nicht zulassen“, sagte er und plädierte dafür, die Satzung nicht zu verändern. Drei bis vier Hauseigentümern, die ohne Genehmigung die Außenfassade umgestaltet hätten, würde das nun treffen. Sie müssten die Aufbauten abreißen. Nach dem Motto „Wehret den Anfängen“ sollte man jetzt handeln, so Cox.

Die Politik sieht das anders. An den von Cox vorgestellten Bildern von Häusern mit Schieferelementen konnten die Politiker nichts Schlechtes sehen. Gleich aus mehreren Fraktionen kam der Vorwurf, Cox würde sich anmaßen zu entscheiden, was schön sei und was nicht. Gegen die Hausbesitzer vorzugehen, erschien allen Fraktionen als überzogen.

„Das ist nicht der Geschmack von Herrn Cox, sondern die Satzung, die der Rat beschlossen hat“, betonte Kahl. Die gestalterischen Mindestanforderungen für Gebäudereihen sollte man nicht aufgeben. Entweder die Stadt stehe zur Einheitlichkeit oder jeder mache, was er will, so Cox. Zudem sei die Frage nach konstruktiven Schwächen bei solchen „ungenehmigten Schwarzbauten“ vorhanden, sagte Kahl. Sprich: Halten die Konstruktionen an den Fassaden oder stürzen sie irgendwann herab?

Den Hauseigentümern, die energetisch sanieren wollen, sollten nicht zu enge Grenzen gesetzt werden, befand der Ausschuss. Cox betonte, dass auch innerhalb der Gestaltungssatzung Modernisierungen möglich seien. „Denen, die zu uns kommen, stellen wir auch Möglichkeiten vor“, so Cox. Das Problem seien ja die, die nicht den Weg ins Planungsamt finden.

Aber die Politiker im Ausschuss waren sich einig: Eine neue Gestaltungssatzung muss her. Die soll nun erarbeitet werden.