Händler: Umsatz leidet unter dem Klosterhof-Umbau

Händler: Umsatz leidet unter dem Klosterhof-Umbau

Kunden meiden Geschäfte der wechselnden Parksituation wegen oftmals.

Kempen. „Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das endlich alles vorbei ist“, sagt eine Angestellte eines Geschäfts an der Engerstraße, die nicht genannt werden möchte. Während die Besucher der Kempener Innenstadt „nur“ von für Rollatoren und Kinderwagen zu schmalen Fußüberwegen an der Burgstraße genervt sind, trifft der Umbau des Klosterhof-Umfeldes die Händler schlimmer: „Schon seit Beginn der Bauarbeiten vor zwei Jahren haben wir weniger Kunden“, sagt sie. Diese seien von der ständig geänderten Parkplatzsituation genervt und viele würden deshalb direkt Mitbewerber anfahren. „Für uns bedeutet das heftige Umsatzverluste“, so die Angestellte.

Foto: Kurt Lübke

Seit einer Woche hat sich die Situation für die Einzelhändler zusätzlich verschärft: Seitdem ist der Parkplatz an der Volksbank komplett gesperrt. Dadurch stehen nicht nur noch weniger Parkplätze für die Kunden zur Verfügung, auch die Warenanlieferung von dort ist voraussichtlich noch bis zum 11. Februar unmöglich. In der Fußgängerzone vor den Geschäften würden sich deshalb teilweise „chaotische Szenen“ abspielen: Wenn gleichzeitig mehrere Läden — etwa Bäcker, Drogerie, Supermarkt und Schuhgeschäft — an der Engerstraße beliefert werden, würden sich die Lieferwagen gegenseitig blockieren. Außerdem würden die Waren nur noch vor den Geschäften abgelegt. „Wir müssen die Waren dann im laufenden Betrieb an den Kunden vorbei durch den ganzen Laden ziehen“, sagt die Angestellte.

In einem benachbarten Geschäft gibt es das gleiche Problem: „Besonders wenn wir in der Stoßzeit zwischen 16 und 18 Uhr beliefert werden, ist das schlecht.“ Auch dort spürt man den Kundenrückgang. „Seit einem halben Jahr ist ständig irgendwo etwas gesperrt. Dadurch ist es für Kunden und auch uns Angestellte sehr schwierig, einen Parkplatz zu finden.“

Kempens Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder (Foto: WZ-Archiv) kann die Beschwerden nur teilweise nachvollziehen: „Die Klosterhof-Tiefgarage ist seit Dezember geöffnet, dort stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.“ Die Sperrung der Kreuzung Burgstraße/Orsaystraße und des Parkplatzes an der Volksbank sei unumgänglich gewesen. „Das ist eine Engstelle, in die wir irgendwann rein mussten. Aber wenn das Wetter weiter mitspielt, bleiben wir auch dort im Zeitplan“, sagt Schröder.

Und auch wenn die Baustelle viele Kempener Nerven kostet, sind sich die Angestellten einig: „Wenn es erst mal fertig ist, wird es auch schön. Außerdem werden wir durch die neuen Bewohner auch neue Kunden gewinnen.“

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