Grefrath: Guter Start für Glasfaser-Initiative

Grefrath: Guter Start für Glasfaser-Initiative

Rund 80 Interessierte waren am Mittwochabend zur Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative gekommen. Diese muss nun Gas geben. Am Dienstag läuft die Frist ab.

„Wir müssen an die Zukunft denken“, sagen Dorothea und Manfred Hooge. Gerade haben sie ein Formular ausgefüllt, weil sie sich bei der neuen Bürgerinitiative „Glasfaser für Grefrath“ engagieren wollen. Sie sind 77 und 81 Jahr alt und die Zukunft ihrer Gemeinde Grefrath liegt ihnen am Herzen. Für die beiden ist es wichtig, sich für schnelles Internet einzusetzen — für die jungen Menschen und die Firmen, die sich möglicherweise in der Gemeinde ansiedeln wollen und diese Infrastruktur benötigen.

Und sie sind damit nicht allein. Rund 80 Interessierte waren am Mittwochabend in den Saal des Lenkeshof in Vinkrath zur Gründung der Bürgerinitiative gekommen. Daniela Mohr hatte die Initiative zusammen mit Irmgard Agsten gestartet und begrüßte nun die zahlreichen Interessierten. Gemeinden, die die nötige Quote für den Glasfaser-Ausbau erreicht hätten, hätten das nur mit Hilfe von Bürgerinitiativen geschafft. Und in der Gemeinde Grefrath muss sich noch einiges tun, bis das Ziel erreicht ist (siehe Info-Kasten).

Die Initiative will unabhängig informieren. Es gebe bei den Bürgern noch viele Ängste und offene Fragen. „Dabei bleibt die Bedeutung dieser Möglichkeit auf der Strecke“, findet Daniela Mohr. „Die Chance, dass wir in absehbarer Zeit ein vergleichbares Angebot bekommen, ist sehr gering“, sagt sie und betont, dass nicht nur jeder Einzelne, sondern die Gemeinde im Ganzen von einem Anschluss ans schnelle Internet profitiere. Auch das Thema Aufwertung der eigenen Immobilie durch einen solchen schnellen Internetanschluss werde von vielen unterschätzt. Damit könnte man auch ältere Mitbürger überzeugen, die selbst vielleicht nur einen Festnetzanschluss fürs Telefon brauchen, mit der Investition aber eine Wertsteigerung ihres Hauses erreichen könnten.

Christoph Streit von der Initiative erklärte technische Details und Zahlen zu einem möglichen Glasfaserausbau. Der Vorteil gegenüber dem Ausbau der Telekom sei, dass das Glasfaserkabel bis ins Haus gelegt werde, was höhere Geschwindigkeiten ermöglicht.

Zu teuer — dieses Argument höre man immer wieder. Da rät Christoph Streit genau nachzurechnen. Zwar sei der direkte Vergleich schwierig. Aber die Kosten seien über 24 Monate gerechnet mit einem ähnlichen Angebot der Telekom vergleichbar, die Leistungen aber besser. Auf ihrer Internetseite gibt es die Initiative eine genaue Gegenüberstellung von Leistungen und Kosten.

Auch vielen jungen Grefra-thern ist der Glasfaserausbau wichtig. „Wenn ich bedenke, dass wir demnächst zu viert ins Internet gehen, dann reicht das Angebot der Telekom nicht aus“, sagt ein junger Vater. Auch die Schulen wäre ein Glasfaseranschluss interessant, sagt ein anderer Grefrather. „Wenn das zustande käme, wäre der Wettbewerb größer“, sagt Friedhelm Vermaseren mit Blick darauf, dass die Deutsche Glasfaser die Leitungen, die das Unternehmen verlegt, auch anderen Providern zur Verfügung stellen muss. Vermaseren hat bereits einen Vertrag unterschrieben und hofft, dass noch weitere Grefrather mitmachen.

Die Bürgerinitiative muss nun schnell Fahrt aufnehmen. Die Frist für das Erreichen der 40-Prozent-Quote läuft bis nächsten Dienstag. Im Gespräch mit der Firma Deutschen Glasfaser habe diese eine Verlängerung der Frist in Aussicht gestellt. Aber das werde nicht vor dem Stichtag bekanntgegeben. Und das Unternehmen habe deutlich gemacht, „wir sollten jetzt Bewegung in die Zahlen bringen“, so Mohr. „Wir sind zwar spät dran, aber wir sind viele und wir haben die Power, viel zu bewegen“, sagt die Initiatorin. Die Gründungsveranstaltung sei ein guter Start gewesen. Nun hat die Initiative in den nächsten Tagen und Wochen einiges vor.

Morgen sind Info-Stände der Bürgerinitiative von 10 bis 15 Uhr an der Hochstraße in Oedt und am Markt in Grefrath geplant. Auch Bürger-Stammtische soll es geben. Daniela Mohr und ihre Mitstreiter hoffen, dass die Interessierten mit möglichst vielen Menschen sprechen und von der Notwendigkeit der Glasfaser für Grefrath überzeugen.

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