„Gute Schule 2020“: Wohin mit den Millionen?

„Gute Schule 2020“: Wohin mit den Millionen?

Das Förderprogramm des Landes soll in Kempen genutzt werden. Für was konkret, weiß die Verwaltung noch nicht.

Kempen. Die Stadt Kempen will im Rahmen des Förderprogramms des Landes NRW „Gute Schule 2020“ ein Darlehen von insgesamt 1,64 Millionen Euro in Anspruch nehmen. Jährlich können bis 2020 410 858 Euro pro Jahr für alle Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie die Verbesserung der digitalen Infrastruktur abgerufen werden. Dafür hat die Kämmerei ein Konzept erarbeitet, das der Rat heute beschließen soll, damit die Zuschüsse beantragt werden können. Im Haupt- und Finanzausschuss gab es Zustimmung für das Konzept.

Aus Sicht von Kämmerer Jörg Geulmann bietet das Förderprogramm eine gute Möglichkeit, die haushalterischen Auswirkungen der Schulsanierung abzumildern. Denn dort hat die Stadt — wie mehrfach berichtet — einiges zu tun.

Ein Aspekt ist das Breitbandkonzept. Derzeit werde darüber nachgedacht, die weiterführenden Schulen an das Glasfasernetz anzuschließen. Zudem gibt es Ausbaupotenzial bei der Infrastruktur im Gebäude, Verkabelung, WLAN und so weiter. Auch die Grundschulen sollen eine bessere Internetanbindung bekommen.

In vielen Bereichen bestehen zudem erhebliche Mängel in der Gebäudesubstanz, auch veränderte Anforderungen machen Sanierungen nötig. Das Gesamtkonzept für die Schulcampus-Sanierung ist jedoch noch nicht fertig. Notwendige Sofortmaßnahmen, zum Beispiel in Sachen Brandschutz, werden direkt ausgeführt. Für den Fördermittelantrag für 2017 wurden schon Maßnahmen für mehr als 410 000 Euro aufgelistet, unter anderem die Aufzugtürme und iPads für die Gesamtschule oder auch ein neuer Chemieraum für das Thomaeum.

Ebenso an den Grundschulen erstreckt sich der Modernisierungs- und Sanierungsbedarf über alle Bereiche der Infrastruktur, angefangen bei den Elektro- und Beleuchtungsanlagen über die Bodenbeläge bis hin zu den Heizungs- und Sanitäreinrichtungen sowie Türen. Hinzu kommen Maßnahmen zur energetischen Optimierung der Gebäude und Anpassung an moderne Standards. Auch an den Grundschulen gibt es einen veränderten Raumbedarf, aufgrund der Nachmittagsbetreuung für die Kinder und die Umsetzung der Inklusion. In den Schulturnhallen sieht die Stadtverwaltung ebenso einen umfangreichen Sanierungsbedarf.

Für dieses Jahr werden Maßnahmen für fast zwei Millionen Euro eingeplant, für 2019 und 2020 je rund 1,2 Millionen Euro.

Die Liste, so Kämmerer Jörg Geulmann, sei erst einmal sehr allgemein gehalten. Die genauen Projekte und die Prioritäten werden noch mit der Politik abgestimmt. Konkret hatte Monika Schütz-Madré (Grüne) in der Auflistung der geplanten Maßnahmen die sogenannte Verschattung für Klassenräume vermisst, die im Sommer besonders heiß werden. Man sei in dieser Sache noch bei der Analyse, so Schuldezernent Michael Klee. Man messe die Temperatur, um zu erkennen, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Die Verschattung hätte keinen großen Effekt gehabt. Stoßlüften habe da eher eine Verbesserung gebracht. Man befasse sich aber intensiv mit dem Thema, sagte Beigeordneter Klee.

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