Gute Neuigkeiten in Musik verpackt

Drei Chöre zeigen gemeinsam, dass Gospel Temperament und Gefühl verbindet.

Kempen. Geballte Gospelkraft im Hagelkreuz: Die sechste Kempener Gospel-Night begeisterte mehr als 200 Gäste am Samstagabend in der Christ-König-Kirche. Gastgeber war der Chor Good News aus der Thomasstadt.

Dieser ließ seinen Gästen aus Wankum und Moers den Vortritt und kam selber erst nach der Pause auf die Bühne. Insgesamt lieferten die Chöre einen schönen Querschnitt der Gospelmusik des 20. und 21. Jahrhunderts ab — mit zum Teil beachtlichen Sololeistungen.

30 Sängerinnen und Sänger aus Wankum nennen sich Voices und waren die Eisbrecher. Wobei das schief formuliert ist, denn der Gospelchor brachte bereits beim offenen Einstieg die Besucher zum Mitklatschen.

Seltenheitswert hatte ihre jazzige Interpretation der afro-amerikanischen Musik, ein moderner Wink mit großer Emotion. „Musik ist die einzig richtige Alternative zum Regen heute“, kommentierte Chorleiter Jakob Stauber launig und begleitete „seine“ Sänger am Klavier. Schönstes Stück war „You are“, eine moderne dänische Komposition voller Strahlkraft und Selbstbewusstsein. Das brachten die Musiker entsprechend rüber und sorgten für gelöste Gäste und grandiose Stimmung. Einzig das Publikum übertrieb es beim Mitklatschen . . .

Größer und damit lauter spielte der Moerser Chor Gospel-Invitation seine stärksten Karten aus: Mitreißende Melodien, aufmunternde Rhythmen und ein emotionsgeladener Chorleiter Oliver Trefzer brachten den Saal regelrecht zum Toben. Einzig die Pianobegleitung hätte knackiger ausfallen dürfen.

Mit „Power“ und „Swing Low“ betraten die Gastgeber die Bühne — nachdem sich alle beim üppigen Imbiss in der 45-minütigen Pause gestärkt hatten. Fröhlich und temperamentvoll spielten sie, der Wechselgesang und das damit verbundene Frage-Antwort-Spiel fiel lebensbejahend bis ergreifend aus.

Am Ende dann sangen die drei Chöre gemeinsam, wofür es stehende Ovationen gab. Die Kraft, die in den Stimmen steckt, nahmen die Zuhörer mit nach Hause und zehrten noch recht lange von dem einmaligen Eindruck, dass Gospel pure Emotion ist.

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