Grünes Licht für neues St. Huberter Baugebiet

Grünes Licht für neues St. Huberter Baugebiet

Für den Bereich „An der Mühle/Auf dem Zanger“ wurde der Bebauungsplan verabschiedet. Außerdem hat der Flüsterer in Köln Musiker aus dem Kendeldorf entdeckt.

St. Hubert. Potenzielle Häuslebauer, die sich für ein Grundstück im Baugebiet „An der Mühle/Auf dem Zanger“ interessieren, haben nun ein wenig mehr Planungssicherheit. Am Montagabend hat der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz (UPK) den von der Verwaltung vorgelegten Bebauungsplan einstimmig verabschiedet. Wie schon berichtet, ist die Verwaltung bei ihrem bisherigen Vorschlag geblieben, obwohl es massive Kritik und Bedenken seitens verschiedener Anwohner gibt. Anlieger der Straße Auf dem Zanger fürchten künftig eine zu hohe Verkehrs- und Lärmbelästigung, weil „ihre“ Straße zur Haupterschließung des neuen Wohngebietes werden soll. „Aufgrund der Bedenken haben wir uns noch einmal sorgfältig mit allen Daten befasst. Und wir kommen zum Schluss, dass das nun die beste Lösung ist“, so Planungsamtsleiter Heinz-Peter Cox. Es sei zwar unstrittig, dass auf die Anwohner eine „totale Veränderung“ zukomme. Laut Gutachten, das die Verwaltung in Auftrag gegeben hat, befinden sich die Werte bei Verkehr und Lärm aber im verträglichen und zulässigen Rahmen. Eine kleine Änderung bei der Zufahrt hat die Verwaltung nun noch vorgenommen. Der Bereich „Auf dem Zanger“ erhält eine Parkspur als Puffer zur bestehenden Bebauung.

Foto: Corps

Kendel-Geflüster

Die Politiker äußerten ihre Zufriedenheit und sind froh, dass es nun bald in Richtung Erschließung gehen kann. Ob die Anwohner der Straße „Auf dem Zanger“ das auch so sehen, scheint fraglich. Sie lassen sich bereits anwaltlich beraten. Es könnte also noch zu einem Rechtsstreit kommen. Loslegen will die Verwaltung aber auf jeden Fall. Durch die erneute Überprüfung des Bebauungsplans habe man für sich Rechtssicherheit geschaffen, heißt es aus dem Kempener Rathaus.

Durchgewunken wurde auch die Gestaltungssatzung für das neue Wohngebiet mit Einfamilien- und Doppelhäusern sowie Mehrfamilienhäusern. Einstimmigkeit herrschte dabei nicht. Die FDP enthielt sich, weil schon seit einigen Monaten ein Antrag der Fraktion in der Verwaltung „schlummert“, wie es Jens Grundei (FDP) ausdrückte. Die Liberalen wollen das Satzungswesen entzerren und vereinfachen und letztlich weniger Vorschriften. In der aktuellen Satzung „Auf dem Zanger“ geht es weitaus strikter zu als zum Beispiel an der Kempener Kreuzkapelle. Verboten ist nun zum Beispiel „glänzendes Bedachungsmaterial“. Und auch mit weißen Steinen verklinkerte Häuser werden in St. Hubert nicht gern gesehen. Ein weiteres Verbot wird zudem mit Blick auf die Vorgärten ausgesprochen: Das derzeit sehr beliebte Anlegen von Kiesflächen soll in St. Hubert nicht gestattet werden. Darauf hatte unter anderem der Naturschutzbund gedrängt. „Vielen Dank, dass das umgesetzt wird“, kommentierte Michael Rumphorst (Die Grünen).

Der Flüsterer hat zwei St. Huberter in Köln gesichtet — genauer gesagt im Kölner Dom. „Wir haben dort unser 20-jähriges Bestehen gefeiert“, flüstert Gottfried Willmen. Der St. Huberter Arzt und seine Tochter Laura Willmen sind seit rund fünf Jahren Mitglieder beim Schlibecker Jagdhornbläser-Corps. Seit etwas mehr als zwei Jahren ist Gottfried Willmen der Vorsitzende des Vereins. „Um den 20. Geburtstag zu feiern, haben wir das Mittagsgebet im Kölner Dom musikalisch begleitet“, so Willmen. Dieser Auftritt wurde lange im Voraus geplant, der Kontakt wurde bereits im vergangenen Jahr hergestellt. „Alles musste mit der musikalischen Leitung des Doms abgesprochen werden, da natürlich nicht jedes Stück gespielt werden kann.“ Die 13 aktiven Mitglieder spielten daher vor allem barocke Stücke mit kirchlichem Bezug. Um den besonderen Auftritt im Kölner Dom festzuhalten, hat sich der Vorsitzende etwas besonderes überlegt. „Zwei Mitglieder der ehemaligen Kempener Videofreunde haben uns begleitet und den Auftritt gefilmt. Wir hoffen, dass wir mit dem Material eine DVD erstellen können“, erzählt Willmen. Seit einiger Zeit besteht eine Kooperation zwischen dem Verein der Jagdhornbläser und der Kreismusikschule Viersen. Der musikalische Leiter des Corps, Raimund Glasmachers, gibt dort auch Instrumentalunterricht.

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