Grünes Licht für die Kulturscheune

Die Genehmigung, dass Morena Hommel in Mülhausen weiter machen kann, liegt jetzt vor. Nun hofft die 49-Jährige auf großzügige Sponsoren und Helfer.

Mülhausen. Morena Hommel ist erleichtert: „Der Bauantrag ist durch.“ Jetzt kann die Betreiberin der Kulturscheune nach vorne blicken und die Ärmel aufkrempeln. Denn der Weg ist frei, der Kulturscheune an der Hauptstraße 53-55 wieder Leben einzuhauchen. Denn 2016 hatte die von Hommel privat organisierten Veranstaltungen das Bauaufsichtsamt auf den Plan gerufen. „Die haben natürlich mitbekommen, was sich hier entwickelt“, sagte Hommel damals zur WZ. Nach einem Besuch in der Scheune machte das Amt eindeutige Auflagen: Bevor es weitere Veranstaltungen geben kann, muss sich einiges tun. „Ich muss mich zum Beispiel um Brandschutz, Isolierung und Toiletten kümmern“, sagt Hommel.

Und das soll jetzt gescheuhen. Zwei Waschbecken und Fliesen — alles Spenden - liegen schon seit Ende des vergangenen Jahres zum Einbau bereit. „Ich plane vier Toiletten“, sagt die 49-Jährige. Für den Trockenbau und die Elektrik haben sich schon Freiwillige gemeldet, die diese Arbeiten kostenfrei durchführen wollen. Größter finanzieller Happen dürften das Tor werden. Das braucht laut Bauaufsicht einen Glaseinsatz, um mehr Licht in die etwa 83 Quadratmeter große Scheune zu bringen. „Ich habe einen Kostenvoranschlag von 7500 Euro vorliegen“, sagt Hommel. Und eine Brandschutztür muss auch noch her. Auch hier hofft die Frau aus dem Erzgebirge auf Sponsoren, die sich dann mit ihrem Namen dann vielleicht auf der Holztür verewigen können. Die Grefrather Grafik- und Designschülerin Nadine Vitz hat einen Film über die Kulturscheune gedreht. Mit Unterstützung der Sparkasse Grefrath, so Hommel, will sie diesen erwerben, um damit gezielt auf Sponsorensuche gehen zu können. Denn, wann sie ihre Gäste vom Wohnzimmer in die Scheune bitten kann, „hängt vom Geld ab“.

Auf große Hilfsbereitschaft ist Hommel auch bei der Verwirklichung der Kulturscheune gestoßen. Seit 2013 veranstaltetete sie Lesungen, Konzerte und Ausstellungen in der Scheune an ihrem Haus. Das Projekt war für sie eine Selbstverwirklichung. „Ursprünglich wollte ich die Scheune als Autowerkstatt nutzen.“. Denn sie war auch Teil der Schrauber-Truppe „IFA-Kollektiv“. Eine Gruppe, die alte DDR-Fahrzeuge pflegt. Nach einer Geburtstagsfeier in der Scheune im Jahr 2012 entwickelte Hommel die Idee, einen Ort für Kulturveranstaltungen aufzubauen. „Bei dem Geburtstag hat eine Band hier gespielt. Das war so geil. Da habe ich mir überlegt, das weiter zu verfolgen.“ Sie schrieb einen Musiker an, den sie aus ihrer Heimat kannte. Der sagte zu, das Projekt entwickelte sich, das Konzept funktionierte — bis 2016.

Zur Überbrückung veranstaltet Hommel Wohnzimmer-Konzerte in ihrem Haus, bei denen ein Hut für die Sänger und Gruppen unter den Gästen rumgeht. „Vor Freude geweint habe ich, als ,Bel sonic’ mir ihren Hut überließ, um die Kulturscheune auszubauen.“ Das nächste Wohnzimmerkonzert gibt es am 27. April, 20 bis 22 Uhr. Sedlmeier wird sein Album Fluchtpunkt Risiko vorstellen. Es folgen Tiktaalik (19. Mai), Aaron English Band (14. Juli) und Inkfields (1. September).