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Grüne in Tönisvorst und Grefrath: Frauenförderung kommt oft noch zu kurz

Gemeinsame Veranstaltung der Grünen aus Tönisvorst und Grefrath : Grüne wollen Frauen fördern

Die Grünen aus Tönisvorst und Grefrath hatten zu einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung ins Haus Vorst eingeladen.

Während auf dem Vorster Marktplatz Politiker von CDU und SPD ihre Wahlkampfstände aufgebaut hatten, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, wählten die Grünen ein anderes Format: Die Ortsverbände aus Tönisvorst und Grefrath hatten gemeinsam in den großen Saal von Haus Vorst eingeladen, denn „das Denken hört ja nicht an den Gemeindegrenzen auf“, wie es später hieß. Es ging um das Thema Frauenförderung.

Auf der Einladung unter dem Motto „Mehr Frauenpower für Tönisvorst und Grefrath“ prangte ein Foto der Protagonistinnen, gemeinsam lächelnd im Feld von Sonnenblumen. „Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit“ war auf einem Plakat im Saal zu lesen, während die rund 25 Gäste, darunter nur wenige Männer, sich zunächst bei Kaffee, Wasser und gebackenen Frauenzeichen einstimmen konnten.

Monika von Söhnen ist dem Grefrather Ortsverband der Grünen erst im März beigetreten. „Das ist ein großes Abenteuer“, sagte die 61-Jährige, die als Leiterin einer Gemeindepsychiatrie arbeitet, Mutter von drei Kindern ist und sich sozialpolitisch vor Ort engagiert, „wenn auch bislang außerparteilich“, wie sie anmerkte. Meral Thoms kandidiert für den Ortsverband Tönisvorst. Sie leite eine Yogaschule und arbeite im öffentlichen Dienst, erfahre dort ganz viel Förderung. „Es gibt aber immer noch Barrieren für Frauen im politischen Raum“, sagte sie. So sei sie einziges weibliches Mitglied im Tönisvorster Umweltausschuss. Ziel der Veranstaltung sei, Netzwerke zu öffnen, noch mehr Frauen kennenzulernen.

Zum Impulsreferat eingeladen war Ulle Schauws, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Die 57-Jährige stammt aus Krefeld. Die Frauenfrage spiele in ihrem politischen Werdegang eine wesentliche Rolle. Zu den Grünen kam sie 2002, weil sie es als ungerecht empfand, dass sie als Mädchen bestimmte Dinge nicht habe tun dürfen, beispielsweise Messdienerin werden. Sie studierte Filmwissenschaften und arbeitet lange beim Film, einer eher von Männern dominierten Branche. „Ich wollte in Sachen Geschlechtergerechtigkeit Vorbilder schaffen und ­kreieren.“

Ganz viel sei noch zu tun: „Der Lockdown in der Corona-Krise hat das wie in einem Brennglas deutlich gemacht“. Es sei ganz selbstverständlich erwartet worden, dass in dieser Zeit Frauen die „Care-Arbeit“ wie Homeschooling und Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen neben ihren beruflichen Verpflichtungen übernehmen.

(evs)