Freilichtmuseum in Grefrath : Kostproben vom Bauernmarkt an der Dorenburg

Wer dem Regen trotzte, wurde beim Erntedankfest in Grefrath mit Leckerem belohnt.

Als Obst, Gemüse und Kartoffeln wuchsen, herrschte wochenlange Dürre. Am Sonntag, als die Feldfrüchte auf dem Erntedankfest und Bauernmarkt im Freilichtmuseum feilgeboten wurden, regnete es in Strömen, und zwar ohne Unterbrechung. Zum Glück blieb der in den Wettervorhersagen angekündigte starke Wind aus. Trotzdem konnte der Erfolg des Vorjahres mit damals 4000 Besuchern jetzt bei weitem nicht wiederholt werden. Schön war es trotzdem.

Neuankömmlinge liefen auf eine monströse Maschine aus blankem Metall zu: „Das ist ein Melk-Roboter“, sagte Christian Heckrath von der Firma Lemmer Fullwood. Bis zu 60 Kühe können mit der modernen Melktechnik gemolken werden. Milchprodukte waren in der Verkostung.

Kürbisernte ist in diesem Jahr sehr gut ausgefallen

Gleich an mehreren Ständen gab es die unterschiedlichsten Kürbisse. Maria Kudlich aus Süchteln sprach von einer „sehr guten Kürbisernte“. Sie seien bei weitem nicht nur zum Aushöhlen für Halloween gut oder als Herbstdeko vor der Haustüre. „Kürbis ist sehr gesund, hat viele Ballaststoffe und kein Fett“, erklärte die „Kürbis-Frau“.

Der Regen prasselte unaufhörlich auf das Zelt von Hans-Leo Sieben aus Clörath. Er bot feil, was auf seinem Kartoffelhof gewachsen ist: „Bei den Kartoffeln beträgt der Ernteausfall durch die Hitze rund zehn Prozent“, erklärte Sieben, während seine Frau Bratkartoffeln und Kartoffelsuppe zubereitete. „Sehr lecker“, lobten die Gäste.

Fingerlose Handschuhe zum Bedienen eines Smartphones

In der früheren Kornbrennerei bot Petra Eckers an, was sie an so manchem langen Sommerabend fabriziert hatte: Fingerlose Handschuhe zum problemlosen Bedienen des Smartphone und jede Menge Dekoartikel. Sie war zum ersten Mal dabei und nicht unzufrieden: „Es lief besser, als ich gedacht hatte.“

In der Hofanlage Hagen verkauften zwei Frauen kleine kulinarische Köstlichkeiten. Sie hießen beide Christa, das müsse reichen, meinten sie. Holunderlikör, Lavendelöl und ausgefallene selbstgemachte Konfitüren in großer Auswahl gehörten zu ihrer Produktpalette.

Kostproben von
Produkten aus Ziegelmilch

Norbert und Martina Konnen aus Vinkrath hatten drei ihrer tüchtigsten „Mitarbeiterinnen“ mitgebracht: Drei von rund 400 eigenen Ziegen, deren Milch unter anderem für Käse und Quark verwendet wird. Kostproben standen bereit.

An einem Wagen gab es typische Kölsche Spezialitäten, direkt daneben alles vom Wild wie die Rehkeule oder die Wildschweinsalami. Ein Teil der Obsternte war dem Hagel zum Opfer gefallen – Bernd Fruhen vom „Obsthof Fruhen“ zeigte Äpfel, denen der Hagel so zugesetzt hatte, dass sie nur noch zur Apfelsaftgewinnung taugen. „Die Ernte in Tönisvorst war verhagelt, in Neukirchen-Vluyn dagegen zum Glück nicht“, so Fruhen. Die Obstpreise werden nicht steigen.

Kunstobjekte aus
Holz gefertigt

Ingo Speh aus St. Tönis hatte zur Motorsäge gegriffen und Baumstämme in Kunstobjekte verwandelt. Vom Toilettenpapierrollenhalter bis zum Baumgeist reichte das Spektrum. Die Museumsweberin Silke Heks verzwirnte am Spinnrad einen Faden aus Schafwolle und einen Seidenfaden miteinander. Von Decken bis zum Poncho reichten Beispiele ihrer Webkunst. Heks hofft, dass das Wetter beim Traktorentreffen nächste Woche deutlich besser wird, dass ihr wieder mehr Besucher beim Spinnen zuschauen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung