Grefrath: Weitere tote und kranke Enten an der Niers gefunden

Blaualgen in der Niers : Grefrath: Familie Pfeiffer versorgt nun 25 Enten und ein Blesshuhn

Blaualgen: Erneute Suchaktion auf der Niers bringt weitere erkrankte und verendete Wildvögel zutage.

Ob Birgit Pfeiffer das Kinderlied „Alle meine Entchen“ singt, wenn sie sich etwa alle zwei Stunden um die kranken Stockenten kümmert, ist nicht überliefert. Aber die Oedterin, ihr Mann Dirk und Sohn Nils haben Zuwachs auf der Krankenstation, ihrem Garagenhaus für Fahrräder, bekommen. Am Montag wurden bei der Suchaktion auf der Niers zwischen Grefrath und Neersdommer Mühle weitere erkrankte 25 Stockenten sowie ein Blesshuhn gefunden. Wie am Dienstag in der WZ berichtet, sind die Wildvögel sehr wahrscheinlich Opfer von verschiedenen Formen der sogenannten Clostridien (Blaualgen) geworden, die Nervengift freisetzen. Weitere 16 tote Enten und zwei Ratten wurden ebenfalls von den Helfern, unter anderem vom Verein Notfelle aus Viersen eingesammelt, berichtet Birgit Pfeiffer. Sodass die Zahl der verendeten Tiere bei 32 liegt. Die Suche geht aber weiter.

„Wir haben zu den 18 Enten von Sonntag, von denen vier gestorben sind, noch elf bei uns aufgenommen und das Blesshuhn. Vier weitere Enten konnten wir abgeben“, sagte Birgit Pfeiffer am Dienstag im WZ-Gespräch. Mehr Tiere könnte sie nicht versorgen. Für das Blesshuhn wird eine Pflegestelle gesucht. Da es anders ernährt werden müsse als die Stockenten und sich die beiden Vogelarten auch nicht so gut verstünden. Das sei zu viel Stress für die Tiere, so die Oedterin.

Die Stockenten seien soweit stabil. „Zwei bis drei Kandidaten stehen aber noch auf der Kippe und haben noch Lähmungserscheinungen.“ Andere könnten schon ihre Füße bewegen, alleine sitzen oder die Flügel bewegen. Zwei bis drei der Wildvögel könnten bereits herumlaufen und selbst Wasser trinken. Pfeiffer: „Wir bauen jetzt ein Außengehege, damit sich die Tiere auch draußen aufhalten können. Das tut ihnen gut.“ Außerdem rechnet die Tierfreundin damit, dass sie die Vögel drei bis vier Wochen in ihrer Obhut hat. Denn: „Wir können sie ja nicht wieder zurückfliegen lassen, da wir noch nicht genau wissen, was die Ursache ist.“ Bei der Niersfahrt am Montag hätten die Helfer eine Stelle in Höhe der Brücke bei Mariendonk ausgemacht, die „gar nicht gut aussieht“. Nun müssten Wasserproben Aufschluss geben.

Die sammelt die Naturschutzbehörde beim Kreis Viersen ein. Sprecher Markus Wöhrl, bestätigte, es müsste unter anderem geklärt werden, warum ausgerechnet in dem Abschnitt der Niers so viele Tiere erkrankt oder verendet sind. Der Niersverband hat am Montagmorgen nach verendeten Tieren gesucht. Zehn wurden gefunden und dem Kreis Viersen übergeben, sagte Wilfried Manheller, Abteilungsleiter Gewässer und Labor, auf Anfrage. Die Klärung der Ursache für die verendeten Tiere obliege dem Kreis.

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