Freilichtmuseum in Grefrath Das Museum spielerisch kennenlernen

Grefrath · Mit „Museum macht stark“ ist ein tolles Angebot angelaufen. Los ging es in der Schule an der Dorenburg.

Die Auftaktveranstaltung von „Museum macht stark“ fand an der Schule an der Dorenburg statt.

Die Auftaktveranstaltung von „Museum macht stark“ fand an der Schule an der Dorenburg statt.

Foto: Norbert Prümen

(tre) Der 14-jährige Karzan greift lächelnd zur Kreide und zieht auf dem Boden vor der Mensa der Schule an der Dorenburg ein Rechteck mit drei roten und einer weißen Seite. Dann beginnt er, den zuschauenden Kindern und Jugendlichen zu erklären, was er sich ausgedacht hat. „Jeder kickt seine Murmel von der weißen Startlinie aus ins Feld. Es geht darum, die Murmel im Feld so weit wie möglich zu kicken. Wer über die roten Linien schießt, ist raus“, sagt Karzan, legt eine Murmel auf den gekrümmten Ringfinger und kickt sie mit dem Daumen in Richtung Spielfeld. Die nächsten Spieler gehen in die Hocke, kurz danach rollen die Murmeln über die glatte Bodenfläche. Das selbst kreierte Spiel sorgt für Unterhaltung, und genau darum geht es auch bei der Premiere von „Museum macht stark“.

Das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen hat mit der Gemeinde Grefrath und der Kolpingsfamilie ein neues Projekt angestoßen, in dem es darum geht, auf spielerische Art und Weise das Freilichtmuseum kennenzulernen und sich mit der eigenen Spielkultur auseinanderzusetzen. „Der Museumspädagoge Kevin Gröwig kam mit der Idee auf mich zu“, sagt Barbara Behrendt, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Grefrath.

Antrag auf Fördermittel
ist bewilligt worden

Über das Förderprogramm „Kultur macht stark“ wurde ein Antrag auf Fördermittel gestellt und bewilligt. „Wir haben uns dann überlegt, dass wir mit einem Spielfest für die ganze Familie beginnen, um in das Thema einzusteigen“, sagt Behrendt.

Mit im Boot als leitende Pädagogin des Projektes ist Luzy Conrads-Gathmann, die schon etliche pädagogische Angebote im Freilichtmuseum begleitet hat. Der Mittwoch wurde als Tag des Projektes ausgeguckt, da das Ganze so gut mit dem Café International kombiniert werden kann. „Bei den zukünftigen Terminen gehen wir mit den Kindern und Jugendlichen ins Museum, während die Eltern das Café nutzen können“, informiert Behrendt. Zum Auftakt gab es zudem eine Verschenkbörse, bei der jeder Sachen mitbringen konnte, die er nicht mehr benötigt und verschenkt.

In und vor der Mensa der Schule ist das Fest in vollem Gang. Murmeln und Perlen stehen im Mittelpunkt. „Wir nennen es auch das Murmel- und Perlenprojekt. Wobei wir alle von uns kreierten und gespielten Spiele in einem Heft zusammenstellen und dieses am 1. September beim Märchentag des Museums vorstellen“, sagt Conrads-Guthmann.

Während sich einige junge Besucher mit den Murmeln weitere Spiele ausdenken, kippen ein Stück weiter die mit Sand befüllten Kunststoffflaschen beim Kegeln. Andere bestempeln kleine Baumwollbeutel mit ihrem Namen. Salwa, Havin, Sahar, Silva und Ghazal sind damit beschäftigt, Perlenarmbänder aufzuziehen.

Eltern schlendern neugierig entlang der Verschenktische mit Bekleidung, Spielzeug, Büchern und Dekogegenstände. Was der eine nicht mehr braucht, erfreut den nächsten. Mit einem Stück Kuchen auf dem Teller sitzen Erwachsene zusammen und unterhalten sich. „Wir sind mit der Annahme der Auftaktveranstaltung sehr zufrieden und hoffen, dass es am 12. Juni so weitergeht“, sagt Behrendt. Der Treffpunkt ist immer um 16 Uhr das Café International in der Mensa an der Dorenburg. Die Folgetermine sind der 12., 19. und 26. Juni sowie der 3., 10., 17. und 24. Juli, jeweils um 16 Uhr. Das jeweils bis 19 Uhr laufende Angebot steht allen offen.

(tre)