Grefrath: Neues vom Niers-Flüsterer : Gespräch zwischen Müller und Esel

Vor 20 Jahren erhielt Mülhausen eine Bronzeskulptur. Außerdem geht es im Niers-Geflüster um junge Kicker und Camping.

8. Juli 2000: Die St. Heinrich-Pfarrkirche wird 800 und ehemalige Alt-Bürgermeister Josef Lepers 80 Jahre alt. Beide Anlässe wurden vor 20 Jahren logischerweise gefeiert, unter anderem mit der Einweihung eines neuen Denkmals namens Müller und Esel. „Bezugnehmend auf die alte kurfürstliche Niersmühle Mula, der Mülhausen seinen Namen verdankt,  gestaltete Michael Franke aus Erkelenz die Bronze-Gruppe“, berichtet Karl A. Willmen, Vorsitzender  des Oedter Heimatvereins. Zu sehen ist die Skulpturengruppe auf dem Vorplatz von St. Heinrich. Autofahrer, die dort an der Ampel warten müssen, sehen einen Müller, der einen schweren Sack schleppt, und einen störrischen Esel, der ihn anstarrt und dabei durch seine Körperhaltung signalisiert, dass er nicht wirklich „bock“ auf die Last hat. „Der Müller wiegt 200 Kilogramm und der Esel 60“, weiß Willmen. Den finanziellen Grundstock habe Lepers gelegt, berichtet er weiter. Dazu  seien weitere großzügige Spenden auch von verschiedenen Unternehmen gekommen. Die Einsegnung von Müller und Esel, so Willmen, habe Pfarrer Joseph Frohn vorgenommen. Und er ergänzt, dass die ehemaligen kurfürstlichen Niersmühle auf dem heutigen Schulgelände der Liebfrauenschule gestanden habe.

Fussball-Training für Kinder

Eine Woche herrschte fast wieder Normalität auf der Anlage des SSV Grefrath, denn das Feriencamp der Fußballschule Grenzland hat dort Station gemacht. 42 Kinder wurden an vier Tagen abwechselnd von  professionellen Trainern  geschult – unter den durch Corona vorgegebenen Bedingungen. Danny, langjähriger DFB-Stützpunkttrainer, war sehr zufrieden mit dem Verhalten und Engagement der Kinder: „Zusammen haben wir unheimlich viel Spaß gehabt und ich bin überzeugt, dass die Kinder auch das ein oder andere gelernt haben.“ Die jüngeren Kicker haben  viel spielerisch gearbeitet. In der ältesten Trainingsgruppe flossen auch bereits taktische Elemente mit ins Training ein, heißt es in einer Mitteilung der Fußballschule. Zudem hatten alle die  Möglichkeit, die Geschwindigkeit ihres Torschusses an einer Messanlage zu testen. Das Ergebnis gab es  schriftlich auf einer von allen Trainern unterschriebenen Urkunde. Dazu wurden Trikots, Torhunger-Turnbeutel, Trinkflaschen  und Brotdosen verteilt. Jedem wurde ein warmes Mittagsessen gereicht und ein Obstkorb stand für den kleinen Hunger zwischendurch bereit.

www.fussballschule-grenzland.de

Viele Dauercamper in Vinkrath

Seit 17 Jahren betreibt Werner Holt zusammen mit seiner Frau Brigitte den Campingplatz Waldfrieden in Vinkrath, An der Paas. 90 Prozent seiner Gäste seien Dauercamper, die teilweise sogar ihren Wohnsitz dort angemeldet haben. Auch hätten sie eigene sanitäre Anlagen. Der Rest seien Durchgangscamper. „Um hier zu übernachten, müssen sie deutsche Staatsbürger sein und auch im Land wohnen. Ausländische Gäste brauchen eine Bescheinigung von ihrem Arbeitgeber, dass sie beruflich unterwegs sind“, erklärt Holt einige der Corona-Vorgaben. Im Sanitärhaus sei jeder zweite Waschtisch gesperrt, überall stehe Desinfektionsmittel. Die Gaststätte sei schon seit Oktober 2019 zu. Nun habe er auch das Jugendhaus mit der Bücherei wegen des Mehraufwandes geschlossen. Holt rechnet damit, dass er Ende 2020 einen  Verlust von 30 Prozent gegenüber 2019 einfahren wird.

Wohnmobilisten mögen Oedt

Vor neun Jahren wurde durch eine private Initiative der Wohnmobilstellplatz „Niers-Perle-Oedt“ an der Mühlengasse eingerichtet. Michael Schmidt ist in der Hauptsache als Ehrenamtlicher für die Betreuung des Platzes zuständig. „Wir haben eine 99-prozentige Auslastung der sieben Plätze, trotz Corona“, berichtet er dem Flüsterer. Die meisten Wohnmobile seien in Deutschland gemeldet. Vor Corona hätte der Anteil an Niederländern etwa 40 Prozent ausgemacht. Der Stellplatz ist kostenfrei und seit dem vergangenen Jahr gibt es eine Stromsäule mit vier Anschlüssen. Wer eine Toillettenreingung brauche, der würde nach Kempen zum Platz an der Berliner Allee geschickt. „Das ist mit Kempen abgesprochen, die nehmen ja auch eine Gebühr dafür“, sagt Schmidt. Drei Tage könne man in Oedt stehen. Viele würden im Moment diese Zeit für einen Kurzurlaub nutzen. In den vergangenen Jahre haben die Ehrenamtlichen jeden Abend die Wohnmobile gezählt und sind zuletzt auf 2000 bis 2500 Übernachtungen im Jahr gekommen. „Da machen wir im Moment nicht, es fehlen die Helfer“, sagt der Oedter, der dreimal wöchentlich den Platz kontrolliert.