Grefrath: Neues vom Niers-Flüsterer : Brücken bauen ganz ohne Nägel

Sekundarschüler haben eine Brücke nach Plänen da Vincis gefertigt. Im Niers-Geflüster geht es aber auch um eine gesperrte Verbindung über die Niers, Erzieherinnen und eine vakante Schulleiterstelle.

Brücken bauen: Das kann man mit Baumaterial, aber auch symbolisch mit Gesten oder Worten. Beides haben jetzt Sekundarschüler zusammen mit Lehrerin Uschi Schax, Schulsozialpädagogin Petra Stops und dem Kempener Künstler Jürgen Hemkemeyer verwirklicht. Die Abschlussklasse 10d hat eine Brücke nach Plänen Leonardo da Vincis gebaut. Den Anfang machten etliche Holzdielen. Jede wurde anders bemalt, ob mit einem Sonnenuntergang, geographischen Mustern oder mit Planeten im All. Dann wurden sie in der Aula der Schule an der Dorenburg nebeneinander gelegt, um sie zu einer riesigen Brücke zusammenzufügen. Bis es soweit war, beschäftigten sich die Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Tine Lutz zwei Monate mit den Brückenteilen.

Zehn Meter lange Verbindung

„Ich habe noch nie eine so große und schwere Brücke mit Schülern gebaut“, war Jürgen Hemkemeyer begeistert. Am Ende maß sie fast zehn Meter. Dabei durften die Sekundarschüler ihre Bretter nach ihrem eigenen Geschmack gestalten. „Es ging nicht um künstlerisches Talent, sondern darum, dass jeder Einzelne sich mit seinem individuellen Vermögen bei diesem Projekt einbringt“, so der Künstler. Das Zusammenfügen der Brücke erfolgte nicht mit Schrauben oder Kleber. Gehalten werden die einzelnen Dielen durch ein Klemmprinzip. Geistiger Vater dieser Konstruktion war Leonardo da Vinci. Dieser hatte die Idee, eine transportable Brücke zu entwerfen, die ohne Werkzeug aufgebaut werden kann. Wann genau der Allround-Künstler die Idee hatte, geben die Geschichtsbücher nicht her. Eine Skizze der Brücke findet sich in seinem Codex Atlanticus, datiert auf die Zeit von 1478 bis 1518. Zurück ins Hier und Jetzt und nach Grefrath. Die Schüler schafften es, dass die Brücke allein durch ihr eigenes Gewicht zum Halten gebracht wird. Und zum Brücken bauen im übertragendem Sinne sagt Schüler Pascal: „Gemeinsam eine Brücke zu bauen bedeutet ja auch, dass wir als Klasse zusammenhalten. Auch ohne Schrauben kann man miteinander verbunden sein.“

„Schluff-Brücke“ gesperrt

Um eine sehr reale Brücke geht es in dieser Nachricht. Der Naturpark Schwalm-Nette teilt mit, dass der Premium-Spazierwanderweg „Niersauen-Runde“ in Oedt zurzeit nicht begehbar ist. Die Stadt Viersen habe die sogenannte „Schluff-Brücke“ aus Verkehrssicherungsgründen gesperrt. Bei der Brücke über die Niers handelt es sich um eine alte Eisenbahnbrücke, die nur für Radfahrer und Fußgänger freigegeben ist. „Sie ist nicht nur von kulturhistorischer Bedeutung für den Premium-Spazierwanderweg, sondern auch Fortführung des Rundweges“, heißt es in der Mitteilung. Um den Wanderern bald wieder eine Rundwanderung anbieten zu können, sucht der Naturpark jetzt „nach einer Umleitungsstrecke, die schnellstmöglich ausgeschildert wird“. Der Niers-Flüsterer hatte den landschaftlich reizvollen Wanderweg nach dessen Eröffnung im August 2019 vorgestellt. Und er bleibt dran, ab wann er wieder als Rundwanderweg genutzt werden kann. Denn es bleibt den Spaziergängern natürlich ungenommen, vor der Brücke umzukehren und den „Rückzug“ anzutreten.

Qualitätssicherung für Kitas

Qualitätsmanagement und Kinder – das klingt erstmal komisch. Ist aber durchaus sinnvoll, sagt die katholische Kirchengemeinde St. Benedikt, und sie werde bereits seit längerem betrieben. Manfred Wolfers junior, Kita-Trägervertreter von St. Benedikt, nennt als Beispiel die Einrichtung von St. Josef Vinkrath. Diese habe in den vergangenen zwei Jahren am Projekt „Qualität mit Religion“ des Bistums Aachen teilgenommen. Nun sollen alle vier katholischen Kitas vom Programm profitieren. Was wiederum einer guten Organisation bedürfe, so Wolfers junior. Weshalb sich eine St. Josef-Erzieherin zur Qualitätsmanagementbeauftragten habe fortbilden lassen. Aber auch die Ausbildung sei eine wichtige Angelegenheit für St. Benedikt. Weshalb eine Erzieherin ihr Anerkennungsjahr in der Kita St. Heinrich Mülhausen und eine im ersten Jahr in der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) in der Kita St. Laurentius Grefrath absolvierten. Und ab August soll dort eine dritte ihr zweites Ausbildungsjahr verbringen.

Schuleitersuche geht weiter

Noch mal zurück an den Anfang, zur Sekundarschule in Grefrath. Während es anscheinend für die katholischen Kitas gut läuft, sucht die Sekundarschule noch immer einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Helmi Röhrig. Die bekanntlich mit Beginn der Sommerferien 2018 in Rente gegangen war. Im Mai vergangenen Jahres hatte die Bezirksregierung, die für die Suche verantwortlich ist, auf WZ-Anfrage mitgeteilt, dass es keinen geeigneten Kandidaten gegeben habe. „Vor einer Neuausschreibung mussten zwei Klagefristen von Bewerbenden abgewartet werden“, hieß es damals. Eine neue Ausschreibung der Schulleiterstelle wurde für Anfang 2020 in Aussicht gestellt. Bis dahin sollten „geeignete Lehrkräfte aktiv angesprochen und beispielsweise über notwendige und mögliche Qualifikations- und Fortbildungsangebote, die auf die Aufgaben der Schulleitung vorbereiten, informiert“ werden. Nun ergab eine erneute Anfrage in Düsseldorf, dass immer noch Stillstand herrscht. Aber es gibt anscheinend einen Lichtstreifen am Horizont: Eine erneute Ausschreibung kann wohl in zwei Wochen erfolgen. Jetzt heißt es also Daumen drücken.