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Grefrath: Mäurers - 50 Mitarbeiter müssen nach Neuss

Grefrath: Mäurers - 50 Mitarbeiter müssen nach Neuss

Der Fusionsvertrag mit dem Neusser Unternehmen Fako ist unterzeichnet.

Grefrath. Die Tinte unter dem Fusionsvertrag ist trocken: Zu Beginn des neuen Jahres wird die Getränke Industrie Mäurers mit der Neusser Firma Fako-Getränke zusammengehen. Das neue Unternehmen mit Sitz in Neuss-Uedesheim wird Fako-M Getränke heißen.

Hauptgrund für die Fusion ist laut Geschäftsführer Klaus Mäurers das Ende des Konzessionsvertrages mit der Coca-Cola Company im letzten Jahr. Außerdem habe auch die Getränke-Industrie Umsatzeinbußen zu verzeichnen: "Die Konkurrenz durch Discounter ist groß."

Von den 110 Grefrather Mitarbeitern müssen 50 an den Rhein wechseln. "Verwaltung und Werkstätten gehen nach Neuss", erklärte der Geschäftsführer. 60 Arbeitsplätze sollen an der Niers erhalten bleiben: "Das Lager an der Mülhausener Straße bleibt bis Mitte 2010 ein Logistik-Standort des Unternehmens."

Die Mäurers-Standorte in Krefeld (50 Leute/Logistik) und Mönchengladbach (zehn Mitarbeiter/Veranstaltungs-Service) werden aufgelöst. Die Angestellten müssen ebenfalls nach Neuss. Auf 60 000 Quadratmetern in Uedesheim, in Grefrath und in Wuppertal werden künftig 450 Menschen arbeiten.

"Alle Mitarbeiter werden übernommen", versprachen die beiden Geschäftsführer Klaus Mäurers und seine Cousine Bärbel Mäurers-Ellerwald, als sie die Details der Fusion der Presse vorstellten. Ob alle Mitarbeiter indes mit nach Neuss gehen wollen, stehe noch nicht fest.

Auch in Zukunft werde es keine Entlassungen geben. Laut Klaus Mäurers wird es "nur eine natürliche Fluktuation" geben. Was bedeutet, dass für Mitarbeiter, die in Rente gehen, keine neuen Leute eingestellt werden. "Darüber kann man aber noch nichts sagen. Da muss man abwarten, wie sich das neue Unternehmen entwickelt", so Mäurers.

Für den weiteren Weg zur Arbeit erhalten die Mitarbeiter eine befristete Ausgleichszahlung. Wie lange die Arbeitnehmer eine Art Kilometergeld bekommen, wollte Klaus Mäurers nicht sagen: "Das ist Bestandteil interner Vereinbarungen." Der Betriebsrat habe dem zugestimmt, die Belegschaft wurde auf einer Versammlung informiert. "Ansonsten ist das Lohngefüge bei Fako und Mäurers gleich. Es gilt derselbe Tarifvertrag", so Mäurers-Ellerwald.

Ob die neue Firma langfristig mit einem Standort in Grefrath bleibt, steht noch nicht fest. "Das kann ich noch nicht sagen. Fest steht, dass wir bis Mitte 2010 an der Mülhausener Straße bleiben", sagte Klaus Mäurers. Dann werde es Zeit für ein neues Logistik-Zentrum. "Für die heutigen Anspruch sind die Hallen dort einfach zu klein." Man suche derzeit nach einem neuen Standort "in der Umgebung".

Dieser könne durchaus im neuen Grefrather Gewerbegebiet am Wasserwerk liegen. Laut Klaus Mäurers gibt es aber auch Argumente gegen Grefrath: "Die Gemeinde hat einen entscheidenden Nachteil. Sie liegt nicht direkt an der Autobahn61." Die meisten Kunden würden über diese Trasse bedient.

Was aus dem 14 000 Quadratmeter großen Gelände an Mülhausener und Umstraße wird, steht ebenfalls noch nicht fest. "Da gibt es noch keine konkreten Pläne", so Mäurers-Ellerwald.

"Das neue Unternehmen ist größer und somit besser aufgestellt für die Zukunft", sagte Bärbel Mäurers-Ellerwald. Insbesondere für künftige Verhandlungen mit der Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG, an der auch das neue Unternehmen weiterhin beteiligt ist.

Die Zukunft der zehn Getränke-Märkte von Mäurers - unter anderem an der Grefrather Umstraße - ist noch ungewiss. Die M.-Getränke-Fachmarkt GmbH wird keinesfalls im neuen Unternehmen aufgehen. Einem Großteil der 20 Angestellten wurde bereits zum 31. Dezember gekündigt. Die Verhandlungen mit einem neuen Betreiber dauern an.