Grefrath: Herbstfest der Vereinsbaumgemeinschaft

Grefrath: Herbstfest der Vereinsbaumgemeinschaft : Grefrath: Das steckt hinter dem Herbstfest

Ende September wird wieder auf dem Markt gefeiert. Doch wie ist diese Tradition der Vereine eigentlich 1997 entstanden? Und wie viel Arbeit machen die Vorbereitungen? Zu all’ dem hat Heinz Klingen etwas zu sagen.

Der Sommer scheint sich nun endgültig verabschiedet zu haben, die Schatten werden länger. Und angeblich sollen große Ereignisse diese auch vorauswerfen. Und die ereignen sich in Grefrath auch noch im Herbst, der – nicht nur dort – am 23. September beginnt. Nur ein paar Tage später, am Wochenende 28./29. September, findet dann das große Fest statt, auf das die Mitglieder der Vereinsbaumgemeinschaft entgegen fiebern und hin arbeiten. Da die Gemeinschaft kein Verein ist, gibt es auch keinen Vorsitzenden. Aber Heinz Klingen hat dort die Fäden in der Hand und berichtet im Gespräch mit der WZ, was die 13 Vereine so treiben und planen.

Klaus Mäurers hatte 1997 den Stamm aus der Eifel besorgt

Und die sind: MGV Liederkranz, Musikverein, Turnerschaft, Feuerwehrtrommlerkorps, DLRG, DRK, Pfarrgemeinde St. Laurentius, Heimatverein, ECG Eisschnelllauf Club, St. Antoniusschützen, SSV Grefrath, Hegering und Jagdhornbläsercorps sowie Tennisclub Rot-Weiss. Vor seiner Auflösung vor drei Jahren gehörte auch noch das Grefrather Karnevals-Komitee (GKK) dazu. „1997 wurde die Gemeinschaft mit acht Vereinen gegründet“, sagt Klingen, der Vorsitzender des Trommlercorps ist. Die Freundschaft unter den Grefrather Vereinen sollte gestärkt und einmal im Jahr mit einem großen Fest gefeiert werden. Der Anlass für das erste Fest mit der Errichtung des Vereinsbaumes war der mehrtägige Besuch des Männergesangvereins Lind (Kärnten) beim MGV Liederkranz. Der Festbaum sollte ursprünglich 14 Meter hoch sein, musste dann aber wegen der Einhaltung von Bauvorschriften auf zwölf reduziert werden. Klaus Mäurers hatte den Holzstamm damals aus der Eifel besorgt und die Firma Kohnen das Aufbaugestell geschmiedet.

Das jährliche Feiern hat in den vergangenen 22 Jahren auch fast immer geklappt. Es gab aber auch eine Absage – wegen des Terroranschlags auf das World Trade Center (11. September 2001) war auch den Grefrathern nicht nach Feiern zu Mute. Reduziert wurde das Fest zudem 2010, als die Niersgemeinde unter dem Schock über das Verschwinden des zehnjährigen Jungen Mirco stand. Im vergangenen Jahr sorgte dann das schlechte Wetter dafür, dass das Fest früher abgebaut werden musste.

In den beiden ersten Jahren habe die Vereinsbaumgemeinschaft noch im Zelt auf dem Deversdonk gefeiert, erinnert sich Klingen. Dann sei der große Fallschirm angeschafft und das Fest auf den Marktplatz verlegt worden. Heute wie damals eine Attraktion, so Klingen. Und bei Regen und Sonne ein nützlicher Schutz. Wer im Moment die Schilder am Vereinsbaum sucht, der wird enttäuscht. Sie werden gerade aufgehübsch und mit neuer Folie bespannt. „Sie sollen am Mittwoch vor dem Fest wieder angebracht werden“, sagt Klingen. „Ein Schild ist dann offen. Aber auch noch mehrere können angebracht werden.“ Er und seine Kollegen hoffen auf weitere Mitglieder für die Gemeinschaft.

Das Herbstfest startet am Samstag, 28. September, um 17 Uhr mit einer Messe in St. Laurentius. Sie wird vom MGV Liederkranz mitgestaltet. Der Chor gehört zu den Gründungsmitgliedern und konnte in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiern, so Klingen. Anschließend marschieren die Vereine zum Markt, wo gegen 18.30 Uhr die Begrüßung durch den Liederkranz-Vorsitzenden Hugo Bellgardt stattfindet und das Trommlercorps der Freiwilligen Feuerwehr spielen wird.

Weiter geht es dann am Sonntag mit einem Bühnenprogramm, bei dem im Stundentakt die Akteure wechseln. Den Anfang macht der Musikverein (12.30 Uhr), gefolgt vom Liederkranz. „Schon seit Jahren arbeiten wir mit dem Zauberkünstler Dr. Thomas Dornbusch zusammen. Er ist einer der Großen in seiner Branche“, sagt Klingen. Nach dem Magierauftritt geht es dann um 15.30 Uhr mit A-Capella-Klängen der „Zottels“ musikalisch weiter. Auf dem Plakat wird noch das Jugendtheater aufgeführt. „Aber die sind mit den Proben für ihr neues Stück noch nicht so weit.“ Um 16.15 Uhr werden die Gewinner der Verlosung – Tickets dafür gibt es bei allen Mitgliedern – gezogen. „In diesem Jahr gibt es Geldpreise für die ersten drei Plätze, 250, 150 und 100 Euro sowie etliche Gutscheine von Grefrather Geschäften und der Gastronomie“, verspricht Klingen. Zum Abschluss gibt es ein sogenanntes Rudel-Singen.

Weitere Programmpunkte: Trödelstand der Kolpingsfamilie, Präsentation der Mitglieder der Vereinsbaumgemeinschaft sowie der Händlergemeinschaft „Grefrath InTakt“ und ein verkaufsoffener Sonntag. Ein Spieleparcours und eine Hüpfburg für Kinder sowie diverse Essens- und Getränkestände dürfen nicht fehlen. Vor allem kulinarisch bietet das Herbstfest so einiges. „Unsere niederrheinischen Spezialitäten sind immer sehr gefragt“, weiß Klingen. Die da unter anderem wären: Möhren-, Bohnen und Sauerkrautdurcheinander, Panhas, Kassler, Frikadellen und der Krefelder Spieß. Der so gar nichts mit einem Spieß zu tun hat, wie Elisabeth Klingen, die Frau von Heinz Klingen erklärt: „Das ist Kartoffelbrei mit einer Specksoße und darüber kommt Endiviensalat.“ Ihr Mann ergänzt: „Spieß kommt von Speis, Mörtel.“ Damit ist dann wohl der Kartoffelbrei gemeint.

Kulinarische Vorbereitungen
laufen in der Schulküche

Gekocht wird übrigens schon am Samstagmorgen in der Schulküche am Burgweg. „Federführend sind da Adelheid Steves und Marion Theisen“, sagt Heinz Klingen. Die Kuchen für die Kaffeetafel im Cyriakushaus sind dann schon gebacken. Pro Verein werden vier Stück eingeplant. Marga Stobernack, Elisabeth Klingen und ihre Schwägerin Petra Klingen kümmern sich mit Unterstützung von weiteren Helfern um den perfekten Ablauf am Kuchenbuffet. Helfer sind auch für Aufsicht, Aufbau, Nachtwache und vieles mehr nötig. „Es findet sich immer jemand“, weiß Heinz Klingen aus Erfahrung.

Das Herbstfest erfreut nicht nur am Wochenende seine Besucher, sondern auch später noch verschiedene Einrichtungen. „Außer einem Startkapital bei der Gründung und einer kleinen Aufstockung zwischendurch gibt es keine Zahlungen seitens unserer Mitglieder“, sagt Heinz Klingen. Weshalb die Gemeinschaft am Festwochenende alle Aktionen durch die Einnahmen möglich machen muss. Und bislang ist das gelungen – inklusive Gewinn. Dieser wird dann von der Gemeinschaft an Vereine und Organisationen in Grefrath ausgeschüttet. „Bislang waren das von 2014 bis 2018 11 350 Euro“, sagt Klingen stolz. „Wir verteilen die Summe gerne auf mehrere Gruppen. In diesem Jahr werden es die fünf Grefrather Kitas sein.“

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