Grefrath hat Probleme mit neuen Wasserleitungen

Gemeindewerke Grefrath : Umweltbakterie verzögert Arbeiten an Wasserleitungen

Die Straße Grüner Winkel in Grefrath bekommt neue Rohre und Anschlüsse. Vor der Freigabe müssen diese keimfrei sein.

Seit Juli werden am Grünen Winkel auf einer Länge von etwa 250 Metern neue Wasserleitungen verlegt. Und seit ein paar Wochen läuft dort an einem Hydranten gut sichtbar Wasser ins Erdreich. Das hat Anwohner dermaßen irritiert, dass sie sich in der WZ-Redaktion gemeldet haben. Die wiederum hat bei den zuständigen Gemeindewerken Grefrath nachgefragt.

„Wir dürfen neue Wasserleitungen nur an das Netz anschließen, wenn sie keimfrei sind“, gibt Andreas Vogel, Leiter der Netze bei den Gemeindewerken, Auskunft. Diese seien bei ihrer Verlegung jedoch nicht sauber. Erde könnte in ihnen sein und sie würden ja auch von den Arbeitern angefasst. Deshalb werden sie gespült und desinfiziert, bis es „drei gute Proben“ gibt. Diese werden vom Kreisgesundheitsamt bewertet. „Erst dann können wir die Leitungen in Betrieb nehmen und an die Hausanschlüsse anschließen“, so Vogel.

Pseudomonas aerobica
verzögern die Bauarbeiten

Seit dem vergangenen Jahr steht auf der Liste der Keime und Bakterien, die nicht in einem neuen Wasserrohr sein dürfen, das Bakterium Pseudomonas aerobica, so Vogel. Und die haben sich hartnäckig in der Grefrather Leitung gehalten. „Dabei handelt es sich um einen Umweltkeim“, sagt Vogel. Der schon in den neu angelieferten Leitungen und Hydranten sei. Einfach dadurch, dass während ihrer Produktion und weiteren Verarbeitung angefasst und montiert würden. „Die setzen sich da einfach fest.“ Das sei ein Problem, das jetzt auch andere Kommunen hätten.

Und wenn nur ein Keim bei einer neuen Leitung gefunden würde, müsste erneut gespült und desinfiziert werden. Vogel: „Und der Hydrant war sehr belastet.“ Normalerweise dauere der Reinigungsvorgang nur einige Tage, im aktuellen Fall am Grünen Winkel aber schon sechs Wochen. Weshalb die Maßnahme vier Wochen im Rückstand sei. Doch jetzt sei der Keim verschwunden, freut sich Vogel. „Nach und nach werden die Hausanschlüsse angeschlossen.“ Er rechnet damit, dass die die gesamte Maßnahme noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann: „Und wenn das Wetter im Oktober und November frostfrei bleibt.“

Die erweiterte Kontrolle, ob das Bakterium Pseudomonas aerobica in den Leitungen ist betrifft nur neue Leitungen. „Niemand muss sich Sorgen machen, dass die alten nicht nachträglich untersucht werden“, sagt Vogel. Es sei zwar kein Biologe, wisse aber, dass das Bakterium für Menschen mit geschwächtem Immunsystem Probleme bereiten könnte könnte. „Gesunde kommen damit gut zurecht. das ist ja kein Durchfallbakterium wie beispielsweise E-coli.“

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