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Grefrath: Handy-App soll Schummeln in Prüfungen verhindern

Liebfrauenschule Mülhausen : Schüler legen ihre Prüfung in Chinesisch online ab

Via Internet haben zehn Schüler in Mülhausen ihre Chinesisch-Prüfung abgelegt.

(tre) „Irgendwie fühlte ich mich beobachtet. Ich hatte das Gefühl, man kann sofort sehen, wenn ich einen Fehler mache“, sagt Theresa lächelnd. Die 17-jährige Schülerin der Liebfrauenschule Mülhausen ist eine von zehn Gymnasiasten der Oberstufe, die jetzt die HSK-1-Prüfung in Chinesisch abgelegt haben. Allerdings nicht mit einer Präsenzprüfung im Konfuzius-Institut Düsseldorf, sondern mit einer Online-Prüfung, die vom Konfuzius-Institut Duisburg durchgeführt wurde – zu Hause oder auf Wunsch in einem Klassenzimmer.

Damit keiner der zehn Prüflinge bei den Aufgaben schummeln konnte, hatte das Institut eine App der Videokonferenz-Plattform Zoom bereitgestellt, die die Schüler aufs Handy herunterluden. Mit Hilfe dieser App mussten die Schüler die Umgebung ihrer Prüfung zeigen und das Handy danach so platzieren, dass sie und der PC, an dem sie saßen und die Aufgaben lösten, zu sehen waren. „Ich war schon schrecklich nervös, aber eigentlich war es dank der guten Vorbereitung völlig unproblematisch“, sagt Theresa, die sich zu Hause bereits nach knapp 30 Minuten durch die Fragen hindurchgearbeitet hatte. 45 Minuten standen jedem Prüfling insgesamt zur Verfügung.

Die chinesische Sprache interessierte die junge St.-Huberterin schon im Grundschulalter. Weil die Liebfrauenschule Chinesisch durch eine Muttersprachlerin anbietet, entschied sich Theresa für das Gymnasium. In Klasse 5 nutzte sie das Angebot einer Arbeitsgemeinschaft (AG), ab Klasse 8 folgte Chinesisch als Wahlpflichtfach. In der Oberstufe ist es für die Q1-Schülerin wieder eine AG. Dass es überhaupt zu einer Online-Prüfung kommen würde, hatte anfangs niemand gedacht. „Eigentlich war eine Präsenzprüfung für Mitte Mai geplant. Dann aber wurde aufgrund der Pandemie alles verschoben und es kam zu der jetzigen Online-Prüfung“, berichtet Yasmin Jeng-Zeitz, die Chinesisch unterrichtet.

Alle zehn Schüler bestanden
die Prüfung mit Bravour

Bei den HSK-Prüfungen handelt es sich um standardisierte Tests für Chinesisch als Fremdsprache. HSK 1 entspricht dem bekannten A1-Niveau, mit dem andere Sprachprüfungen gemessen werden. Alle zehn Schüler der Q1 und Q2 bestanden die Prüfung mit Bravour. Dabei war es in Sachen Technik gar nicht so leicht, alles vorzubereiten. „Alles lief über unsere Schulserver, angefangen von der Anmeldung der Schüler bis hin zur Identifizierung ihrer Laptops. Das Einloggen mitsamt Fotoscan, um zu überprüfen, ob auch der richtige Schüler die Prüfung ablegte, erfolgte ebenfalls über uns“, berichtet Sara Falk von der Schulleitung. Aktuell überlegt man an der Schule, eine Art China-Akademie für die Q1 einzurichten. Würde Chinesisch als fächerübergreifendes Neigungsfach angeboten, könnten Schüler darin auch eine Facharbeit schreiben. Aktuell laufe das Lernen der Sprache online bestens: Mit Lern-Apps und Spielen erfahren bereits die Fünftklässler einen spielerischen Umgang mit der Sprache.