Vorführungen in Grefrath Flachsverarbeitung und Leinenweberei im Freilichtmuseum

Grefrath · Das Niederrheinische Freilichtmuseum in Grefrath bietet in diesem Jahr eine neue Reihe an. Bei sechs Vorführungen geht es um textile Themen. Zum Auftakt am 28. April wird Flachs versponnen. Was sonst noch geplant ist.

Im Freilichtmuseum zeigt Silke Heks, wie aus Flachs Garn gesponnen und zu Stoffen verarbeitet wird.

Im Freilichtmuseum zeigt Silke Heks, wie aus Flachs Garn gesponnen und zu Stoffen verarbeitet wird.

Foto: Norbert Prümen

(tre) Ein Besuch im Niederrheinischen Freilichtmuseum des Kreises Viersen in Grefrath lohnt sich immer, aber am Sonntag, 28. April, ist er besonders lohnenswert: Von 11 bis 16 Uhr nimmt Silke Heks die Besucher mit auf eine historische Reise. Im Mittelpunkt steht die Flachsverarbeitung.

Die Fachfrau für den textilen Part im Museum wird in der Hofanlage Hagen die Flachsverarbeitung vorstellen und Flachs verspinnen. „Ich zeige unter anderem, wie der Flachs gehechelt wird, und demonstriere das Spinnen an der Handspindel. Ein Spinnrad werde ich ebenfalls vor Ort haben“, sagt Heks, die über das Jahr verteilt insgesamt sechs Vorführungen zu textilen Themen anbieten wird.

„Das Textile gehört bei uns um Museum fest dazu. Wir haben die Flachsdarre und das zur Webstube umgebaute ehemalige Kassenhäuschen sowie die Miertzkate, in der ein alter Webstuhl steht. Das neue Angebot ist ein schöne Ergänzung zu unseren offenen Führungen, die wir jeweils jeden ersten Sonntag im Monat anbieten und die sehr gut angenommen werden“, sagt Museumsleiterin Anke Petrat. Da etliche Museumsbesucher viele Fragen zur Textilverarbeitung hätten, sei die Idee aufgekommen, in diesem Jahr eine zusätzliche textile Serie anzubieten. Zumal mit Heks eine Expertin vorhanden ist.

Am Sonntag, 26. Mai, folgt die nächste Vorführung zur Textilherstellung aus Flachs, dann wird am Webstuhl in der Miertzkate Leinen verwoben. Es geht um verschiedene Stoffe, vom Sackleinen bis hin zum feinsten Schleierstoff. Garne aus Schafwolle und Seide nach alten Methoden mit natürlichen Stoffen färben heißt es am 28. Juli. Dem schließt sich am 18. August eine Vorführung an, bei der Wolle kardiert wird, anschließend stehen das Mischen und Verspinnen mit Spinnrad und Handspindel an. So mancher wird staunen, wenn er die Ergebnisse von Mischungen wie Seide mit Wolle erlebt.

Farbenfroh wird es zum Herbst. Am 15. September stellt Heks das Nassfilzen vor. Sie stellt Blüten aus bunter Wolle her. Den Abschluss bildet am 21. Oktober das Bändchenweben: Heks bringt einen Brettchen- sowie einen Bandwebrahmen mit, richtet beide ein und zeigt die Unterschiede. Bei allen Vorführungen gibt es neben den eigentlichen praktischen Vorgängen viel Wissenswertes dazu. „Ganz wichtig: Es sind keine Workshops, sondern Vorführungen. Bei der Themenreihe können die Besucher gerne, wenn es möglich ist, einmal selber etwas ausprobieren, aber es geht nicht darum, dass sie selber etwas erlernen“, sagt Heks.

Eine Anmeldung ist nicht nötig. Wer den Museumseintritt bezahlt hat (4,50 Euro für Erwachsene, frei für Kinder und Jugendliche), kann sich zwischen 11 und 16 Uhr an der Hofanlage Hagen über die Flachsverarbeitung informieren.

(tre)
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