Arnoldchor singt für das Jubelpaar Ehepaar aus Grefrath feiert am Samstag Eiserne Hochzeit

Grefrath · Tinni und Willi Mühlenhaus aus Grefrath feiern am 11. Mai die Eiserne Hochzeit und blicken auf 65 glückliche Ehejahre zurück. Beim Kegeln lernten sie sich einst kennen, und beim zweiten Treffen „funkte“ es.

 Hubertine und Wilhelm Mühlenhaus, genannt Tinni und Willi.

Hubertine und Wilhelm Mühlenhaus, genannt Tinni und Willi.

Foto: Alfred Knorr

(akn) Eigentlich heißt das Jubelpaar Wilhelm (87) und Hubertine Mühlenhaus (89), aber in Grefrath sind sie eher unter Willi und Tinni bekannt. Denn sie ist eine Grefratherin von Geburt an, er stammt aus Krefeld. Tinni Mühlenhaus, geborene Verspai, kennt viele Leute in Grefrath, jedenfalls die älteren, denn sie war Verkäuferin im Lebensmittelgeschäft, als es noch den alten Konsum in Grefrath gab.

Ihr Mann Willi hat das Metzgerhandwerk erlernt und später auch noch die Meisterschule besucht. Er hat in Krefeld (mit Kost und Logis), Tönisvorst, Oedt und Grefrath in verschiedenen Metzgereien gearbeitet. So war er lange Zeit in der Metzgerei bei Rixen-Winkler an der Stadionstraße und bei Stieger-Wolters beschäftigt, die damals den Eingang des Geschäftes noch an der Neustraße hatten. Schon früh hatte er es auch mit Schweinen zu tun. Willi Mühlenhaus erzählt: „Mein ein Jahr älterer Bruder Jakob und ich wollten unserem Vater auf dem Hof beim Schlachten eines Schweines helfen, das in einem Stall eingesperrt war. Die Tür war nicht verriegelt, und wir sollten sie von außen zuhalten. Plötzlich krachte das Schwein durch die Tür und das Tier war in Freiheit. Es war gar nicht so einfach, unser Schwein wieder einzufangen.“

Willi und Tinni Mühlenhaus lernten sich beim Kegeln in der „Villa Reichswald“ nahe Kleve bei einem Ausflug kennen. Es funkte aber erst beim zweiten Treffen bei „Rixen“, einer alten Grefrather Gastwirtschaft. Bald darauf heirateten die beiden, und dazwischen liegen bis heute 65 glückliche Ehejahre. Sie bekamen mit Sohn Johannes (Hans) und Tochter Michaela zwei Kinder. Zwei Enkel und eine Enkelin vergrößerten die Familie. Während Tinni schon von Anfang an bei der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) aktiv ist und auch dem Kirchenchor angehörte, singt Willi aus Herzenslust, zuerst im Grefrather Liederkranz und nach dessen Auflösung heute im Kempener Arnoldchor. Die Stimmlage veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte – zunächst stieg er in den 2. Tenor ein, dann Bariton, und heute singt er im 2. Bass. Die Aufnahme in den 1869 gegründeten Quartettverein Liederkranz war nicht einfach. Wie damals vielfach üblich, legten die Mitglieder nach einer Stimmprobe des Kandidaten weiße oder schwarze Bohnen in eine Schale. Überwog die Anzahl der weißen Bohnen, war die Aufnahme gesichert.

Der Kempener Arnoldchor wird auch die Heilige Messe für das Jubelpaar in der Grefrather Pfarrkirche St. Laurentius am Tage ihrer Eisernen Hochzeit, am Samstag, 11. Mai, um 14 Uhr musikalisch begleiten. Als Dank werden die beiden und ihre Gäste anschließend in einem Bauernkaffee in Klixdorf zum Empfang eingeladen.

(akn)