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Grefrath: Die AfD und die Albert-Mooren-Halle - ein Kommentar

Meinung : Provokation statt Inhalte

Für die AfD ist dieser Zwist mit dem Pächter und der Gemeinde Grefrath ein Anlass, noch einmal öffentlich in Erscheinung zu treten. Denn inhaltlich und personell fällt das den Rechtspopulisten im laufenden Kommunalwahlkampf ausgesprochen schwer.

Eine Partei will die Albert-Mooren-Halle für eine Veranstaltung mieten. Der Pächter der kommunalen Einrichtung will den Vertrag aber mit dieser Partei nicht abschließen. Dagegen wehrt sich die Partei. Wie es weitergeht, das müssen nun Behörden und möglicherweise auch Gerichte prüfen. Dieser Vorgang steht der AfD genauso zu wie allen anderen Parteien auch. Das wäre der erste Blick auf den neuerlichen Streit rund um die Mooren-Halle.

Auf den zweiten Blick muss man aber deutlich machen, worum es der AfD eigentlich geht. Die rechtspopulistische Partei mit ihrem Kreissprecher Kay Gottschalk will den nächsten „Skandal“ provozieren, um mit dem Thema in der Öffentlichkeit zu landen und sich (mal wieder) als Opfer darzustellen. Ein klarer Beleg dafür ist, dass die Veranstaltung, für die man die Mooren-Halle vorgesehen hatte, nun im Süchtelner Weberhaus stattfinden wird. Insofern hat der Kreisverband der AfD, der als Veranstalter auftritt, eine Versammlungsstätte im Kreis Viersen gefunden. Was nun tatsächlich noch in Oedt stattfinden soll, ist völlig offen.

Für die AfD ist dieser Zwist mit dem Pächter und der Gemeinde Grefrath ein Anlass, noch einmal öffentlich in Erscheinung zu treten. Denn inhaltlich und personell fällt das den Rechtspopulisten im laufenden Kommunalwahlkampf ausgesprochen schwer. Zur Wahl steht die AfD in Nettetal und Viersen sowie auf Kreisebene. Außerdem in Kempen und Grefrath, wo man aber nicht alle Wahlkreise mit Direktkandidaten besetzen konnte.

Bei den kommunalen Themen ist die Alternative für Deutschland auch nicht wirklich auf der Höhe. Im Rahmen des WZ-Wahlchecks, in dem es in Grefrath um vier Themen geht, schickte die AfD die Antwort, dass man sich dazu auf der Homepage des Grefrather Verbandes schlaumachen könne.

In Kempen gab es zwar Antworten – wenn auch verspätet. Die Taktik der AfD besteht aber auch in Kempen darin, abseits von Inhalten Aufmerksamkeit zu provozieren. So gab es im sozialen Netzwerk die Nachricht des Kempener Spitzenkandidaten Peter Müller, dass die AfD den parteilosen Bürgermeisterkandidaten Christoph Dellmans unterstütze. Dieser musste sich daraufhin deutlich – und richtigerweise – davon distanzieren. Und in der Folge ließ AfD-Mann Müller in der Facebook-Debatte einen nach dem anderen übers Stöckchen springen.

Kurzum: Der Umgang mit den teils perfiden Methoden der AfD ist schwierig. Eine Aussage dazu können die Wählerinnen und Wähler am 13. September tätigen.

tobias.klingen@wz.de