Grefrath: Anwohner haken bei Neubau an Nord-/Neustraße nach

Grefrath: Anwohner der Neustraße sorgen sich wegen Neubau : Sorge um Parken, Schüler und Blei

Anwohner von Neu- und Nordstraße äußern ihre Bedenken rund um Neubaumaßnahme.

Parken, Schulweg, Bodenbelastung: Das waren die drei Themen, die am Montagabend Anwohner der Neu- und Nordstraße im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss bewegten. Sie kamen zu Beginn der Sitzung in der Bürgerfragestunde zu Wort.

Zunächst wurde bezweifelt, dass die Verlängerung des Parkverbots – so geschehen am vergangenen Donnerstag – an der Neustraße von 14 auf 16 Uhr mit den längeren Schulzeiten zu begründen sei. „Diese gibt es schon lange. Wir glauben eher, dass das mit dem Neubau zusammenhängt“, sagte ein Anwohner. Bekanntlich hat die Firma Hamelmann mit der Vorbereitung für ihre Baumaßnahme zwischen Neu- und Nordstraße begonnen (die WZ berichtete). Die Situation könne „sehr dramatisch“ werden, vor allem, wenn dann auch noch Baufahrzeuge ins Spiel kämen. Bauamtsleiter Norbert Enger konnte sich zu Details nicht äußern, wollte aber beim zuständigen Ordnungsamt nachhaken. Das hat die WZ am Dienstag bei Enger getan, der schon Erkundigungen eingezogen hatte. In der Tat handele es sich um eine Maßnahme der Schulwegsicherung, die vom Kreis Viersen angeordnet worden sei. Enger: „Dass das jetzt mit dem Beginn der Baumaßnahme zusammmen fällt, ist Zufall.“

Aber auch nach der Fertigstellung, so einige der Anwohner, werde es weiter Parkplatznot geben, die sich dann ebenfalls auf die Nebenstraße auswirken werde, da durch den Neubau ja Parkbuchten wegfielen. Dazu hakte die WZ ebenfalls bei Enger nach: „Die Anwohner der Neustraße haben den Streifen vor dem Grundstück genutzt. Da standen ja auch Container. Wir haben das geduldet. Aber Hamelmann hat das Grundstück gekauft und bebaut es nun.“

Auf die Frage, welchen Weg die Fahrzeuge nehmen werden und ob die Einfahrt von der Nord- in die Neustraße erfolge, antwortete Enger: „Das ist noch nicht abgestimmt, aber wahrscheinlich über die Neustraße.“ Der Kreis habe sich die Baustellensituation genau angesehen. Und Bürgermeister Manfred Lommetz, der der Sitzung beiwohnte, betonte: „Der Beschilderungsplan kommt vom Kreis. Da können wir nichts tun, wir müssen die dann so stellen.“

Schüler, die vom Schulzentrum Richtung Ortskern – oder umgekehrt – gehen müssen, haben früher entweder das
freistehende Grundstück oder den Weg In der Weide als Abkürzung genommen. Das sei jetzt nicht mehr möglich, so einige Anwohner. Weshalb sie sich Sorgen machen, dass durch die zusätzliche Verkehrsbelastung und den „neuen“ Weg, die Schüler rmehr Gefahren ausgesetzt seien. Zudem seien die Schüler nicht darüber informiert worden, dass sie ihre gewohnte Strecke nicht mehr nutzen können.

Kreis überwacht Entsorgung
des kontaminierten Bodens

Als drittes Thema wurde die Belastung des Bodens angesprochen. „Es handelt sich doch um Blei, wer kümmert sich um die Entsorgung und was passiert mit dem Boden?“, wurde gefragt und von Enger bestätigt. Es gehe ausschließlich um Rückstände der früheren Akkumulatorenfabrik, betonte Bernd Bedronka (SPD). Und Enger erläuterte das Vorgehen. Die Firma Hamelmann trage das Erdreich in der Höhe ab, in der sich die Rückstände befänden. „Der Kreis Viersen begleitet die Entsorgung mit einem Gutachter“, so der Bauamtsleiter. Die Belastung des Bodens werde seit 24 Jahren mit immer ausgefeilteren Untersuchungen durch Gutachten dokumentiert. „Und die sagen alle, dass die Verunreinigung nicht wasserlöslich ist. Sie hängt im Boden fest und kann so abtransportiert werden. Wenn der verunreinigte Boden abgetragen ist, wird er neu verfüllt. Es besteht also keine Gefahr.“ Wo der Boden entsorgt wird, entziehe sich seiner Kenntnis. Bürgermeister Lommetz betonte: „Der Kreis ist absolut kleinlich bei der Abtragung.“

Direkt nach der Bürgerfragestunde stimmten dann die Ausschussmitglieder dem Bauvorhaben einstimmig zu.

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