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Gesamtschule: Gewächshaus-Temperaturen durch eine Glaskuppel

Gesamtschule: Gewächshaus-Temperaturen durch eine Glaskuppel

In der Gesamtschule wird es bei viel Sonne extrem heiß. Die Hitze beeinträchtigt auch den Unterricht.

Kempen. Am Wochenende soll es wieder heiß werden. Temperaturen von bis zu 30 Grad werden vorhergesagt. Das bringt Kempens Gesamtschulleiter Uwe Hötter auch im übertragenen Sinne ins Schwitzen. Bereits im vergangenen Herbst hatten sich Eltern von Gesamtschülern zu Wort gemeldet. In einigen Klassenräumen wird es nämlich ziemlich warm, so dass dort an heißen Tagen an Lernen nicht zu denken ist.

Wie der Unterricht in diesen Räumen nach Tagen der Hitze am Montag möglich sein soll, ist noch unklar. „Wir werden auf jeden Fall am Wochenende in den Klassenräumen messen“, so Hötter. Ursache für die Hitze ist eine Glaskuppel in einem Flur, die Gewächshaustemperaturen verursacht, die dann an die Klassenräume strahlt.

Das Problem ist schon länger bekannt, zwischendurch allerdings in den Hintergrund gerückt. Als es nach den Sommerferien 2016 aber einige heiße Tage gab, wurde es wieder aktuell. Da seien Temperaturen von fast 40 Grad in den Räumen gemessen worden. Die Grünen griffen das Thema auf, nachdem sich Eltern bei ihnen gemeldet hatten, und machten sich für Sonnenschutz an den Fenstern stark. Um übermäßige Sonneneinstrahlung zu verhindern, schlug die Fraktion Markisen, Rollläden oder Rollos vor.

In den kommenden Tagen könnte die Hitze in den Räumen im Obergeschoss nun wieder zum Problem werden. Sechs Klassen sind davon betroffen. Und diese könnten auch nicht einfach in anderen Räumen untergebracht werden — denn so viele Räume ständen der Gesamtschule einfach nicht zur Verfügung. Uwe Hötter nimmt das Problem nicht auf die leichte Schulter. Wenn es über Tage so heiß sei, müsse er die Schüler aus den Klassen herausholen. Denn schon in der letzten Hitzephase hätten Kinder über Übelkeit geklagt. Hötter hofft auf eine klare Perspektive und eine dauerhafte Lösung.

Das Hochbauamt hat bereits Möglichkeiten geprüft — und einige davon verworfen, berichtete Hochbauamtsleiter Christian von Oppenkowski den Mitgliedern des Bauausschusses am Montagabend. Von einer Lösung mit Schutzfolien sei aufgrund der Plexiglasschreiben abgeraten worden. Eine Nachtauskühlung sei technisch zu aufwendig. Bleibt eine Verschattung durch Lamellen. Dazu würden zurzeit Anfragen zu den Kosten laufen. „Eine andere Möglichkeit sehen wir nicht“, erklärte von Oppenkowski.

Monika Schütz-Madré (Grüne) hat kein Verständnis dafür, dass keine kurzfristige Lösung gefunden werden kann. Sie erinnert daran, dass es in Ganztagsschulen kein Hitzefrei gibt und fragt sich, warum es so lange gedauert hat, bis die Möglichkeiten geprüft wurden. Ihrer Meinung nach müsste schnell — noch vor dem Sommer — etwas passieren.