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Generalvikariat stoppt Vorwahl an St. Vitus

Generalvikariat stoppt Vorwahl an St. Vitus

Die Entscheidung über die Oedter Kandidaten hat der Wahlausschuss für ganz Grefrath gefällt. Der entschied sich für Kontinuität und gegen die beiden neuen Bewerber, erklärt Pfarrer Johannes Quadflieg.

Oedt. Die für das Wochenende geplante „Vorwahl zu Kirchenvorstandswahlen“ in der Vitus-Pfarre ist abgesagt. Dies sei „nicht statthaft“, teilte die Stabsstelle Recht des Bischöflichen Generalvikariats (Aachen) mit. Damit ist der Plan des St. Vitus-Kirchenvorstands gescheitert, die Gläubigen entscheiden zu lassen, wer künftig die Oedter Interessen im Kirchenvorstand (KV) der neuen St. Benedikt-Pfarre für ganz Gref-rath vertreten soll.

„Bereits im Juli hat es in der Kirchenzeitung einen Aufruf gegeben, dass Kandidaten für die KV-Wahl Mitte November gesucht werden“, sagte gestern der Grefrather Pfarrer Johannes Quadflieg im Gespräch mit der WZ. „Es war also Zeit genug“, so der Geistliche.

Zehn Mitglieder wird der St. Benedikt-KV nach der Wahl am 17./18. November haben. Drei Bewerber soll es aus jeder der vier Pfarren geben, damit jede mindestens einen Vertreter in dem neuen Gremium hat. Doch in Oedt gab es plötzlich fünf Kandidaten: Neben Johannes Jacobs, Thorsten Peil und Birgit Stenmans, die derzeit im St. Vitus-KV sitzen, noch Annemarie Claßen und Professor Heinz Breuer, die vom „Aktionsbündnis St. Vitus“ vorgeschlagen worden waren.

Weil der derzeitige Oedter Kirchenvorstand keine Entscheidung treffen wollte, sollten die Gläubigen ran. Quadflieg erklärt die rechtliche Lage: „Eine Vorwahl ist nicht abgesegnet worden. Das wäre nur bei einer Pfarrversammlung gegangen.“ Doch dafür war die Zeit zu knapp.

Weil Fristen einzuhalten sind, hat der Wahlausschuss für ganz Grefrath, in dem ebenfalls jede Pfarre vertreten ist, die Kandidaten-Entscheidung für Oedt gefällt. Quadflieg: „Um die Kontinuität zu sichern, hat sich der Wahlausschuss für die drei Kandidaten aus dem jetzigen Kirchenvorstand entschieden.“

„Die Entscheidung ist bedauerlich“, sagt Professor Heinz Breuer. Der 73-jährige Oedter war 25 Jahre im Pfarrgemeinderat — davon 20 Jahre als Vorsitzender — und acht Jahre im Kirchenvorstand. Seit bekannt wurde, dass es vom Bistum Aachen nur noch bis Ende 2013 Geld für den „Niers-Dom“ gibt, engagiert sich Breuer, der 25 Jahre lang Dozent an der Hochschule Niederrhein war, im „Aktionsbündnis St. Vitus“.

Dort ist auch Annemarie Claßen aktiv. Auch sie wurde vom Wahlausschuss nicht berücksichtigt. „Mit mir hat über die Entscheidung keiner gesprochen. Das ist nicht die feine Art“, sagt die 72-jährige Finanzbeamtin und Steuerberaterin, die mehr als 30 Jahre eine eigene Kanzlei in Oedt hatte.

Aber vielleicht beruhigt ja Post von Pfarrer Quadflieg die Gemüter. Gestern Nachmittag hat er einen Brief an Annemarie Claßen und Heinz Breuer unterschrieben, in dem er sich für deren Kandidatur bedankt.