Gemeinsamer Spaß auf dem Eis

Behinderte und Nichtbehinderte feierten zusammen das Spielfest im Eisstadion.

Grefrath. „Sie hat sich riesig gefreut und gestrahlt, als ich ihr sagte, wir fahren zum Eisfest nach Grefrath“, sagte der Vater aus Süchteln. Seine Tochter Annika (21), die ein Handicap hat und seit ihrer Geburt anders ist als andere, hatte kleine Kufen an den Füßen, fand Halt an einem Gestell, das der Vater langsam über die Eisfläche zog. Annika war eine von rund 200 Teilnehmern, die am Samstag zum Spielfest ins Grefrather Eisstadion gekommen waren. Dort trafen sich Menschen mit und ohne Behinderung. An diesem Tag wollten alle nur Spaß haben und etwas Schönes erleben.

„Es ist eine tolle Sache, dass es so eine Veranstaltung gibt“, sagte ein Ehepaar aus Dülken, das mit seinem Sohn ins Eisstadion gekommen war. Der zweijährige Janis musste zunächst noch „auftauen“, wusste wohl nicht so recht, was er von dem Trubel halten sollte.

Mit dem Trubel hatte ein 34-Jähriger aus Schwalmtal keine Probleme. Er ließ sich in seinem Rollstuhl schieben, hatte einen kleinen Schläger in der Hand und versuchte dann beim Eishockeyspiel den Puck und das Tor zu treffen. Hermann aus Tönisvorst hatte an seinem Rolli ein Seil mit einem Reifen angebracht und lud andere zum Mitrutschen ein. Ein großes Gewusel.

Gerade kam mit einigen Betreuern eine Wohngruppe aus Süchteln an. „Wir wollen Spaß, Spaß, Spaß“, riefen Jasmin, Lara und Luisa. Die Drei steuerten eine der vielen Spielstationen an, bei der kleine Sandsäcke möglichst in die Mitte der auf dem Boden liegenden HulaHoop-Reifen geworfen werden mussten. Dort halfen Mitglieder des niederländischen Clubs „Recreatieve Schaatsvereinigung Noord-Limburg“, so Ad Debit und Pitter Dinges.

Mit zum Helferstab gehörten unter anderem der EC Grefrath, der Behinderten-Sportverband NRW, der Grefrather Schlittschuh-Klub und das Jugendrotkreuz des Kreisverbandes. Einmal mehr hatte die Sportjugend des Kreissportbundes Viersen dieses Event mit Vereinen und Organisationen möglich gemacht. „Es müsste mittlerweile unser 18. Spielfest sein“, sagte die Referentin der Kreis-Sportjugend, Esther Storck (31). Das Fest mit vorbereitet hatte der Ehrenamtler Martin Boeken (25). „Wir haben unter anderem Wohngemeinschaften der Lebenshilfe oder Behinderten-Werkstätten angeschrieben, Flyer aber auch in Sparkassen, Geschäften und in Schulen ausgelegt“, sagte der Student.

Der Eintritt zum Fest war frei, ebenso kostenlos war der Schlittschuhverleih. Teilweise war das Eis sehr stumpf, so dass man relativ gefahrlos darauf gehen konnte.

„Wir sind von Anfang an hier, weil es unserem Sohn immer sehr gut gefällt“, sagte ein Ehepaar aus Anrath. Mittlerweile ist ihr Sohn Norbert 51 Jahre alt. Schon vor Jahren hatten die Eltern Nachbarn überzeugt, mit ihren gesunden Kindern mitzumachen. „Wir sind zum dritten Mal hier, kommen gerne, auch weil die Kinder in jedem Jahr was dazugelernt haben“, sagte die Mutter. Laura (6) und Jonas (4) haben zum ersten Mal Schlittschuhe an und machen das schon gut. Wie auch der sechsjährige Michel, der mit seiner Großmutter gekommen war.

„Achtung, jetzt komme ich“, rief ein Rolli-Fahrer und fuhr jubelnd vorbei. Auch er strahlt bei seinen „Ehren-Runden“ über die Eisfläche.