Gemeinde Grefrath zeichnet Ehrenamtler aus

Grefrath : Das Ehrenamt macht eine Gemeinschaft reicher

Zum fünften Mal vergab die Gemeinde Grefrath den Ehrenamtspreis. Birgit Stenmans, Thomas Türk und der Familienbesuchsdienst wurden gewürdigt.

Über 20 Vorschläge verzeichnete die Gemeinde Grefrath für den Ehrenamtspreis 2018 aus den Reihen ihrer Bürger. Drei von ihnen konnten sich jetzt über die spezielle Auszeichnung in Form von Urkunde und 200 Euro freuen. „Die Auswahl war nicht einfach, weil es alle Kandidaten verdient hätten, heute hier zu stehen“, betonte Manfred Lommetz in seiner Begrüßungsansprache im Niederrheinischen Freilichtmuseum. Der Grefrather Bürgermeister hob hervor, dass Helfen und ein unterstützendes Miteinander Freude mache und der Dorfgemeinschaft ein menschliches Gesicht verleihe. Die wichtigsten Dinge könne man nicht mit Geld kaufen und das seien Liebe, Gesundheit, Familie, Freundschaft und das Ehrenamt, fügte er an.

Thomas Türk bringt sich so schon seit 26 Jahren bei der DLRG ein, wo er nicht nur der Vorsitzende ist, sondern sich besonders um die Behindertensportgruppe kümmert. In seiner Laudatio ging Lommetz auf den unermüdlichen Einsatz ein, der von der Begleitung der geistig behinderten Schwimmer bei den Special-Olympics sowie dem wöchentlichen Schwimmtraining über den Einsatz beim 24-Stunden-Schwimmen bis hin zu Ausbilderfahrten reicht. Dazu kommt sein 21-jähriges Wirken im Kirchenvorstand von St. Laurentius. „Wer einmal die Begeisterung und Dankbarkeit der Schwimmer meiner Behindertengruppe gespürt hat, der kommt davon nicht mehr weg“, bemerkte Türk indes.

Weit zurückgreifen musste Roland Angenvoort in seiner Laudatio auf Birgit Stenmans. Die 54-Jährige startete ihren ehrenamtlichen Einsatz nämlich bereits mit 14 Jahren. 1979 kamen die sogenannten Boatpeople, die Geflüchteten aus Vietnam, in den Kreis Viersen. Schüler waren aufgefordert, für diese Menschen, die gar nichts hatten, etwas zu basteln. „Birgit Stenmans hat sich gesagt, was sollen die Menschen damit. Die brauchen doch Leute zum Anpacken und hat sich daher bei den Maltesern in Kempen gemeldet, die die Boatpeople betreuten“, informierte der stellvertretende Bürgermeister. Aber nicht nur den Maltesern ist die Oedterin seit 40 Jahren treu. Seit 30 Jahren ist sie in der Kolpingsfamilie Oedt aktiv. Sie blickt auf 18 Jahre Kirchenvorstand St. Vitus und St. Benedikt zurück und seit 2014 ist sie Notfallseelsorgerin. „Ohne Menschen wie sie wäre unser gesellschaftliches Leben um einiges ärmer“, lobte Angenvoort.

Aber nicht nur Einzelpersonen standen im Mittelpunkt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Kirsten Peters zeichnete den Familienbesuchsdienst der Gemeinde Grefrath aus. Sie bezog sich dabei auf das bekannte Sprichwort, dass es ein ganzes Dorf brauche, um ein Kind groß zu ziehen. „Es ist schön, dass sie das leben, was ein Dorf ausmacht, das ein Kind mit großzieht: Eine Gemeinschaft, in der Eltern Unterstützung erfahren und mit ihren Fragen und Problemen nicht allein sind. Eine Gemeinschaft, in der Kinder glücklich groß werden können“, sagte Peters. Der Familienbesuchsdienst, ins Leben gerufen von der damaligen Gleichstellungsbeauftragten Annemarie Quick, ist seit über zehn Jahren im Einsatz. 21 ehrenamtlich tätige Frauen schauen bei Grefrather Familien mit Neugeborenen vorbei. Im Gepäck haben sie eine Tasche mit vielen Informationen, Geschenken und Gutscheinen. Im Kreis Viersen ist es einmalig, dass ein solcher Dienst allein mit Ehrenamtlerinnen funktioniert. „Das macht, finde ich, auch den besonderen Charme dieses Grefrather Modells aus“, betonte Peters. 

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