Fußballturnier der Unicef-Kicker in St. Hubert

Fußballturnier : Samstag steigt das große Bambini-Turnier

Bereits zum 33. Mal spielen Mädchen und Jungen beim Ausrichter FC St. Hubert und sammeln Spenden für krebskranke Kinder.

Am Bambini-Turnier für krebskranke Kinder haben sich bisher rund 16 000 Mädchen und Jungen aus Kindergärten der Region beteiligt. Am Samstag, 6. Juli, werden wieder welche dazukommen. In der 33. Auflage des von den Unicef-Kickern des FC St. Hubert organisierten Turniers jagen fußballbegeisterte Kinder wieder dem Ball hinterher.

8000 Broschüren mit genauen Ablauf- und Spielplänen sind inzwischen in mehr als 100 Kindergärten verteilt. Bereits am kommenden Freitag, 5. Juli, um 16 Uhr wird auf dem Sportplatz an der Stendener Straße das „Kita-Dorf“ aufgebaut. Am Samstag müssen um 12 Uhr alle Mannschaften zum gemeinsamen Foto auf der Anlage sein. Um 12.45 Uhr laufen die Mannschaften mit selbst gemalten Transparenten ein. Nach der offiziellen Begrüßung rollt ab 13.30 Uhr auf sechs Spielfeldern der Ball. Dann treffen beispielsweise Franziskus-Tiger auf Grüne Drachen und Niersstürmer auf Hoppetosse-Kicker.

Das besondere am Turnier: Es werden keine Ergebnisse aufgeschrieben, keine Tabellen gemacht und keine Sieger ermittelt. Gewinner sind nämlich alle, die mitspielen, die größten Sieger sollen aber die krebskranken Kinder sein. Am Ende gibt es daher auch keine Siegerehrung, alle teilnehmenden Kindergärten bekommen den „Dino-Cup 2019“.

Begonnen hat die lange Geschichte des Bambini-Turniers als 1986 ein Spieler der U 11 des FC St. Hubert an Krebs erkrankte und wenig später starb. Ein Schock für die Mitspieler und für den Trainer. Der hieß seinerzeit Karl-Heinz Josten und suchte nach Ideen, wie Fußballer helfen und soziale Verantwortung übernehmen könnten. „Welche Sorgen haben wir Fußballer eigentlich?“, fragte er sich und beantwortete seine Frage selber: „Es geht doch nur darum, ob wir genug Trikots und Fußbälle haben, ob Geld für die Saisonabschlussfahrt in der Mannschaftskasse ist und ob wir verlieren oder gewinnen.“ Das seien lächerliche Sorgen, verglichen mit denen, die Geschwister, Eltern und Verwandte haben, wenn ein Kind an Krebs erkrankt.

Diese Erkenntnis war die Geburtsstunde des Bambini-Treffs für krebskranke Kinder. Was in dieser Zeit allerdings fehlte, waren Bambini-Mannschaften. Das erklärt, warum beim ersten Turnier nur sechs Mannschaften aus zwei Kindergärten am Start waren. Josten erinnert sich: „Ohne Hannelore Johanning, Erzieherin im Kempener Kindergarten Paul-Ehrlich-Straße, wäre der Start 1986 wohl nicht geglückt.“ Sie war nämlich von der Idee so begeistert, dass sie Kinder und Eltern ihres Kindergarten davon überzeugte, wie toll es ist, für krebskranke Kinder Fußball zu spielen. Schnell hatte sich das Turnier in St. Hubert etabliert.

In den Folgejahren stellten sich zahlreiche Profifußballer für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Otto Rehhagel, gerade mit Werder Bremen Deutscher Meister geworden, kam nach Kempen. Uli Hoeneß und die Startruppe vom Bayern München rührte mit Kindern aus beteiligten Kitas bei Presseterminen die Werbetrommel. Auch außerhalb des Sports wurde man aufmerksam auf die Initiative des FC St. Hubert: Selbst der Bundespräsident lud eine Abordnung aus dem Kendeldorf ein. 20 Mädchen und Jungen traten in der Livesendung „Melodien für Millionen“ auf. Und die Werbung wirkt: Bisher wurden bei den Turnieren fast 90 000 Euro an die Kinderkrebshilfe gespendet. hd

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