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Kempen: Für viele ist das Einkaufen hier ein Erlebnis

Kempen : Für viele ist das Einkaufen hier ein Erlebnis

Der Kempener Wochenmarkt erfreut sich großer Beliebtheit. Bei einer kleinen Umfrage hörte das WZ-Team dazu fast nur positive Stimmen. Die meisten sind auch bereit, höhere Preise zu zahlen.

Kempen. Die Wachtendonker Klaus und Ingrid Höfken haben den Einkauf bereits hinter sich und belohnen sich nun mit zwei Hörnchen Eis. Sie kommen regelmäßig zum Kempener Wochenmarkt, meist mit dem Rad. Hier fänden sie alles, sagt das Paar unisono. Ob frisches Gemüse, Kräuter oder Eier — die Waren seien frisch und regional. Neulich waren sie das erste Mal donnerstags auf der St. Töniser Hochstraße. „Der dortige Wochenmarkt hat uns ebenfalls gut gefallen“, sagt Ingrid Höfken.

Kempen: Für viele ist das Einkaufen hier ein Erlebnis
Foto: Kurt Lübke

Die Redaktion vor Ort hat sich gestern mit den Wochenmärkten befasst. Für die allermeisten Befragten auf dem Kempener Buttermarkt ein absolut positiv besetztes Thema. „Ich mag den Kempener Wochenmarkt und würde hier auch häufiger einkaufen“, so Heike Leenen. Doch das schaffe sie zeitlich nicht. Das Problem: Der Markt findet dienstags und freitags am Vormittag statt. Wer noch berufstätig ist, muss dann arbeiten. „Alle 14 Tage habe ich freitags Spätschicht. Dann passt es“, sagt die Kempenerin.

Helmut und Maria Kopp aus Vorst gehen donnerstags gerne unter freiem Himmel in St. Tönis einkaufen. „Unser Bedarf wird so gedeckt“, sagt Maria Kopp. Vor allem in Sachen Obst und Gemüse. „Wir können in Kempen mit unserem Wochenmarkt zufrieden sein“, findet Michael Merks. „Hier gibt es doch alles, das Sortiment ist abwechslungsreich.“ Auch an den Preisen hat er nichts auszusetzen. Ein weiterer Pluspunkt in seinen Augen: „Man weiß, wo die Sachen herkommen.“

Kartoffeln, Gurken, Tomaten, Eier — viele Lebensmittel besorgt sich Christine Bratfisch auf dem Wochenmarkt, mit dem sie „sehr zufrieden ist“. Gertrud Haack und ihre Freundin schieben ihre Rollatoren — deren Taschen mit Karotten und Co. gefüllt sind — in Richtung Rathaus. Im Foyer wollen die beiden Seniorinnen auf Mitarbeiter der Altenhilfe warten, der sie nach dem Einkauf wieder nach Hause fährt. Gertrud Haack lobt die Möglichkeit, mitten der Altstadt frische Ware zu bekommen.

„Ich gehe jede Woche hierher“, berichtet Edeltraud Lunau. Die Kempenerin kauft Obst und Gemüse („wegen der Frische“) sowie schlesische Wurstwaren ein. Und ist mit dem Angebot auf dem Markt sehr zufrieden: „Ich vermisse hier nichts.“

Das geht offenbar auch einem Kempener so, der seinen Namen nicht nennen möchte. Bepackt ist er mit prall gefüllten Tüten und Taschen. „Ich bin sehr zufrieden. Hier ist immer alles frisch und die Bedienung ist freundlich“, sagt er und eilt davon.

Reinhard und Marianne Herdick sind aus Mülheim/Ruhr nach Kempen gekommen. Nicht zum ersten Mal, wie sie berichten: „Kempen ist ruhig, nett und gemütlich.“ Und hat noch einen großen Wochenmarkt, wie sie ihn in ihrer Heimatstadt kaum mehr finden. Mit Erdbeeren und Blumen werden sie Thomasstadt wieder in Richtung Ruhrgebiet verlassen.

Aus Grefrath sind Harald und Gisela Petersen nach Kempen gekommen. Frühstücken, bummeln — „ein Freizeitvergnügen“ nennen sie ihren Besuch. Kaufen sie auch etwas auf dem Wochenmarkt ein? „Nein, auf dem Markt in Grefrath finden wir alles, was wir brauchen.“

Einige kritische Worte kommen von Lothar Messerschmidt und Bettina Heisters. „Kempen am Morgen zu erleben“, sei auf dem Wochenmarkt zwar immer schön. Aber ein Erlebnis so wie in früheren Jahren sei dies heute auch nicht mehr: „Man trifft ja auch kaum noch Leute, die man kennt.“

Bettina Heisters arbeitet selbst im Lebensmittel-Einzelhandel und hat deshalb auch einen kritischen Blick auf die Preise geworfen. Diese seien oft höher als bei ihr im Laden, obwohl die Ware — zum Beispiel Orangen — vielfach auch nur morgens im Großmarkt eingekauft werde. „Und der Eisbergsalat ist hier auch nicht besser“, ergänzt Lothar Messerschmidt. Beide betonen aber auch: Es ist gut, dass nach der Kaiser’s-Schließung im Kempener Stadtkern wenigstens noch auf dem Wochenmarkt Frischeware eingekauft werden könne.